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Spott und Anfeindungen. Doch Darwin's Theorie etabliert sich

Karikatur über Charles Darwin
Foto: Public Domain
Nachdem Charles Darwin seine mehrjährige Forschungsreise mit der Beagle beendet hatte, schrieb er seine Evolutionstheorie auf - und versteckte sie dann zehn Jahre lang in seinem Schreibtisch. Denn Darwin war klar, was geschehen würde, wenn er sie veröffentlichte. Schließlich lebte er im viktorianischen England, dessen Bewohner tief religiös waren und fest an die biblische Schöpfungsgeschichte glaubten.
Darwin's Zurückhaltung ist nur allzu verständlich. Denn seine spektakuläre neue Theorie implizierte, dass auch der Mensch keine einzigartige göttliche Schöpfung war, sondern sich wie alle Lebewesen auf der Erde aus primitiven Vorfahren entwickelt hatte. Und schon Darwin vermutete, dass Mensch und Affe eng miteinander verwandt sind und einen gemeinsamen Vorfahren haben.
Wahrscheinlich hätte Charles Darwin Zeit seines Lebens geschwiegen. Er soll seine Frau angewiesen haben, das brisante Manuskript erst nach seinem Tod zu veröffentlichen. Doch dann erfuhr er, dass der Biologe Alfred Russel Wallace ähnliche Ideen hatte und sie veröffentlichen wollte. Und da entschied sich Darwin, sein berühmtes Buch "Über die Entstehung der Arten" zu schreiben. Und das schlug wie eine Bombe ein.

Der Mensch soll ein Affe sein? Was für ein Nonsens!

Die Reaktionen auf sein Buch waren so, wie Darwin es erwartet hatte. Sein beschauliches Leben als Naturforscher, der sich abseits der Öffentlichkeit mit Krebsen und Regenwürmern beschäftigte, war schlagartig vorbei. Er wurde ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt und von allen Seiten attackiert. Das wissenschaftliche Establishment lehnte seine revolutionäre Theorie als Unsinn ab und die Presse machte ihn zu einer Witzfigur (siehe Karikatur oben). Und der Pfarrer oben auf der Kanzel war auch nicht begeistert.
Doch Darwin's Buch verkaufte sich wie warme Semmeln. Die erste Auflage war schnell vergriffen und "Über die Entstehung der Arten" wurde zum internationalen Bestseller. Die Menschen interessierten sich für Darwin's spektakuläre Ideen, denn er lieferte ihnen erstmals eine naturwissenschaftliche Erklärung für die Entstehung und Entwicklung des Lebens auf der Erde.

Darwin's Bulldogge beißt zu

Nachdem die erste Welle der Empörung abgeebbt war, bekam Darwin auch wissenschaftliche Unterstützung. Vor allem von Thomas Henry Huxley, dem Großvater des berühmten Schriftstellers Aldous Huxley (Schöne neue Welt).
Thomas Huxley galt damals als Wunderkind der Wissenschaft und war das jüngste Mitglied der altehrwürdigen Royal Society, deren Präsident er später wurde. Und wann immer es jemand wagte, den stillen, beinahe schüchternen Darwin öffentlich zu attackieren, sprang Huxley in den Ring und verteidigte Darwin mit messerscharfen Argumenten. Legendär sind seine Wortgefechte mit dem Bischof von Oxford. Die Presse gab ihm deshalb den Spitznamen "Darwin's Bulldogge".

Die Evolutionstheorie setzt sich durch

Angesichts der großen Empörung, die "Über die Entstehung der Arten" anfangs ausgelöst hatte, setzte sich Darwin's Evolutionstheorie überraschend schnell durch. Immer mehr Wissenschaftler stellten sich auf Darwin's Seite und unterstützen seine Ideen. Und so wurde schon im Jahr 1890 die erste Darwin-Medaille verliehen, mit der die Royal Society bis heute herausragende Forscher auszeichnet.
Charles Darwin war einer der bedeutendsten Forscher aller Zeiten. Er hat nicht nur die Wissenschaft revolutioniert, sondern auch unser Weltbild grundlegend verändert. Heute ist allgemein akzeptiert, dass sich das Leben auf der Erde über Jahrmillionen vom primitiven Einzeller zu einer komplexen Artenvielfalt entwickelt hat. Und das nennt man Evolution.
Welche Rolle Gott in diesem Konzept spielt, dazu hat sich Charles Darwin nie öffentlich geäußert. Aber man darf annehmen, dass er sich auch dazu seine Gedanken gemacht hat. Schließlich war Darwin nicht nur ein herausragender Naturwissenschaftler, sondern auch ein studierter Theologe.
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