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90% aller Arten sind zur gleichen Zeit wie der Homo sapiens entstanden

90% aller Arten sind zur gleichen Zeit wie der Homo sapiens entstanden
Sind 90 Prozent aller heutigen Tierarten erst vor 100.000 bis 200.000 Jahren entstanden? Also zur gleichen Zeit wie der Homo sapiens?
Symbolbild
Sollte stimmen, was Mark Stoeckle (Rockefeller Universität, USA) und David Thaler (Universität Basel, Schweiz) herausgefunden haben, dann ist das eine kleine Sensation. Sie sagen: 9 von 10 Tierarten, die es heute gibt, sind zur gleichen Zeit entstanden - und zwar erst vor 100.000 bis 200.000 Jahren. Also just zu jener Zeit, als sich auch der moderne Mensch Homo sapiens entwickelte.
Stoeckle und Thaler haben 5 Millionen DNA-Barcodes von 100.000 Tierarten analysiert und dabei festgestellt, dass die genetische Variabilität der mitochondrialen DNA (mtDNA) bei 90 Prozent aller heutigen Tierarten ähnlich gering ist wie beim heutigen Menschen. Und das würde bedeuten, dass 9 von 10 Spezies auf unserem Planeten zur gleichen Zeit entstanden sind wie der Homo sapiens.

Geringe genetische Variabilität

Bislang ging man davon aus, dass sich alle heutigen Menschen genetisch so ähnlich sind, weil wir alle von den gleichen Vorfahren abstammen - nämlich von einer sehr kleinen Population, die Afrika vor etwa 60.000 Jahren verließ und sich dann weltweit ausbreitete. Zwei beliebige Menschen auf der Erde unterscheiden sich in nur 0,1 Prozent ihrer Gene. Doch Thaler und Stoeckle haben festgestellt, dass das für beinahe alle Tierarten gilt.
Jesse Ausubel, Direktor des Forschungsprogramms "Human Environment" an der Rockefeller Universität in New York, beschreibt es so: "Würde ein Marsianer auf der Erde landen, auf einen Schwarm Tauben treffen und dann auf eine Gruppe Menschen, dann würde er feststellen, dass die genetische Variabilität praktisch identisch ist."

Gab es ein großes Massenaussterben?

Was bedeutet das? Nun ja, sollten die Ergebnisse von Stoeckle und Thaler korrekt sein, dann stammen 90 Prozent aller heutigen Tierarten und alle heutigen Menschen von Vorfahren ab, die vor 100.000 bis 200.000 Jahren gelebt haben - und nicht von uralten Spezies, die es seit Millionen Jahren gibt. Denn dann wäre die genetische Variabilität viel größer.
Die Kreationisten jubeln bereits. "Beweis für die göttliche Schöpfung erbracht", heißt es auf den einschlägigen Webseiten - nur dass die göttliche Schöpfung eben nicht wie in der Bibel beschrieben vor 6000 Jahren stattfand, sondern bereits vor 100.000 bis 200.000 Jahren.
Mark Stoeckle, David Thaler und Jesse Ausubel bieten eine etwas wissenschaftlichere Erklärung an. Sie vermuten, dass es vor 100.000 bis 200.000 Jahren zu einer weltweiten Naturkatastrophe kam, durch die fast alle damaligen Tierarten und Menschen ausgelöscht wurden. Und in der Folgezeit entwickelten sich die wenigen Überlebenden dieser Katastrophe, die durch ihre geringe Anzahl anfällig für Mutationen waren, zu den heutigen Arten.

Schlug erneut ein Asteroid ein?

Dieses Szenario würde erstmals eine plausible Erklärung dafür anbieten, warum der Urmensch Homo erectus ausgestorben ist und sich damals die neuen Menschenarten Homo neandertalensis und Homo sapiens entwickelt haben. Unklar ist allerdings, um was für eine Art Katastrophe es sich handelte.
"Das letzte Mal, als ein solches Ereignis stattfand, war vor 65 Millionen Jahren, als ein Asteroid die Erde traf und die Dinosaurier und die Hälfte aller anderen Arten auf dem Planeten auslöschte", schreiben die Forscher in ihrer Studie, die im Fachmagazin "Human Evolution" veröffentlicht wurde.
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