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Sehen wir bald wieder so aus wie die Europäer der Mittelsteinzeit?

Sehen wir bald wieder so aus wie die Europäer der Mittelsteinzeit?
Dunkelhäutige Klimaflüchtlinge werden sich mit den hellhäutigen Menschen vermischen und einen neuen Typus hevorbringen, glaubt der Biologe Scott Salomon.
Foto: © CSIC
Der Klimawandel wird auch sein Gutes haben, sagt der amerikanische Biologe und Wissenschaftsautor Scott Salomon. Er wird den Rassismus verschwinden lassen. Denn wenn die letzten Gletscher geschmolzen sind und sich die Erde vollständig erwärmt hat, dann werden alle Menschen gleich aussehen.
Und wie werden sie aussehen? So wie die Menschen, die einst im Mesolithikum in Europa gelebt haben. So wie der La Brea Mann aus Spanien (Foto oben) und der Cheddar Man aus England. Sie werden hellbraune Haut und helle Augen haben.

Klimaflüchtlinge und Vermischung

Scott Salomon ist Professor für Ökologie, evolutionäre Biologie und Wissenschaftskommunikation an der Rice Universität in Houston. Und in einem Beitrag für NBC News schreibt er: "Es gibt genügend Hinweise, dass es durch den Klimawandel zu gewaltigen Migrationsbewegungen kommen wird. Und das wird zu einer Durchmischung der Rassen führen - oder sagen wir besser Populationsgruppen, wie es wissenschaftlich korrekt ist."
Schon heute leben 258 Millionen Menschen in Ländern, in denen sie nicht geboren wurden, sagt Salomon. Und bis zum Jahr 2050 werden weitere 150 Millionen Klimaflüchtlinge hinzukommen - davon allein 86 Millionen aus Afrika. Und diese Menschen werden sich mit der einheimischen Bevölkerung vermischen und einen weit verbreiteten neuen Menschentypus hervorbringen.

Immer mehr Mischbeziehungen

Dass sich die dunkelhäutigen Zuwanderer und die hellhäutigen "Ureinwohner" tatsächlich vermischen werden, schließt Professor Salomon daraus, dass die gemischtrassige Bevölkerung in den letzten 40 Jahren stark zugenommen hat.
In den USA zum Beispiel lag ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung 1970 bei nur 1 Prozent, so Salomon. Im Jahr 2013 waren es bereits 10 Prozent. Einen ähnlichen Trend hat er in Ländern wie Singapur und Brasilien ausgemacht.

Spätstens in zehn Generationen sind wir alle gleich

"Diese Entwicklung wird sich fortsetzen", prognostiziert der US-Professor. "Ich erwarte für die nächsten 40 Jahre eine Zunahme der gemischtrassigen Bevölkerung um 174 Prozent. Und in fünf oder zehn Generationen wird es immer mehr Menschen geben, die einen hellbraunen oder olivfarbenen Teint haben."
Und weil die Gene, die für die Melanin-Produktion zuständig sind, auch die Augenfarbe beeinflussen, werden viele dieser Menschen helle Augen haben. Salomon: "Die Kombination aus dunkler Haut und hellen Augen wird sich verbreiten."
Der Erderwärmung und der Klimawandel haben also auch ihr Gutes, findet Scott Salomon. Die Menschen werden sich in den nächsten 125 bis 250 Jahren immer ähnlicher. Und dadurch wird es weniger Rassismus geben.

Back to the Roots

Sollte Scott Salomon recht haben, dann nähern sich auch die Europäer wieder einem Menschentypus an, der vor 9000 bis 7000 Jahren auf unserem Kontinent weit verbreitet war. Denn die Gen-Analyse von Fossilien aus Spanien (La Brana 1) und England (Cheddar Man) hat ergeben, dass die frühen Europäer helle Augen, aber eine dunkle Haut hatten.
Laut Salomon könnte sich die Aufspaltung des Menschen in Europäer, Asiaten und Afrikaner mit ihren unterschiedlichen Hautfarben als kurzfristiger Trend der Evolution erweisen. Eine vorübergehende Modeerscheinung der Selektion - natürlich immer vorausgesetzt, dass wir den Klimawandel überstehen und nicht aussterben. Aber das ist wieder ein anderes Szenario.
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EVOLUTION & MEINUNG

Es ist absurd und absolut unsinnig zu glauben, dass eine lebendige Zelle von selbst entsteht. Aber dennoch glaube ich es, denn ich kann es mir nicht anders vorstellen.
Ernest Kahane

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