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Neue VR-App machts möglich: Ein Besuch in der Homo naledi-Kammer
Fotos: © University of Witwatersrand

Neue VR-App machts möglich: Ein Besuch in der Homo naledi-Kammer

Falls Sie sich mal die Rising Star Höhle anschauen möchte, in der im Jahr 2015 der südafrikanische Urmensch Homo naledi entdeckt wurde, dann haben Sie jetzt die Gelegenheit dazu. Es gibt eine neue Virtual Realtity App (Dinaledi-App), mit der Sie das schwer zugängliche Höhlensystem "wie in echt" erleben können.
Die VR-App ist ein Gemeinschaftsprojekt der südafrikanischen Universität Witwatersrand und des amerikanischen Perot Museum of Nature and Science in Dallas. Es gibt sie kostenlos bei Google Play und im Apple App Store und sie wurde für das preiswerte Google Cardboard optimiert, das zahlreiche Smartphones für wenig Geld in eine Virtual-Reality-Brille verwandelt. Man kann die App aber auch mit jedem VR-Headset nutzen.

Sensationeller Fund im Jahr 2015

Die Rising Star Höhle, in der Professor Lee Berger und sein Team im Jahr 2015 die Fossilien von mehreren Urmenschen entdeckt haben, ist schwer zugänglich. Einige Bereiche sind nur 20 Zentimeter breit. Daher hatte Berger ein internationales Forscherteam aus zierlichen Frauen zusammengestellt, die sich hindurchwinden konnten, um die Höhle zu erforschen.
Der Aufwand hat sich gelohnt. Die "Underground-Astronautinnen" entdeckten 15.000 Knochen eines primitiven Urmenschen, der noch vor etwa 300.000 Jahren gelebt hat - eine Sensation. Die bis dato unbekannte Menschenart bekam den Namen Homo naledi und sorgte weltweit für Schlagzeilen.

Mittels Virtual Reality die Höhle besuchen

Da die Höhle für normalgewichtige Menschen unzugänglich ist und die Originalfossilien nur in Südafrika zu sehen sind, entstand die Idee, eine Virtual Reality App zu programmieren, um den Fundort für jedermann und jede Frau auf der Welt zugänglich zu machen.
Professor Lee Berger: "Da ich selbst niemals in der Lage sein werde, die Dinaledi-Kammer selbst zu besuchen, ist es auch für mich ein aufregendes Erlebnis, mit der Dinaledi-App die Höhle virtuell zu erkunden. Und - noch spannender - ich kann diese einmalige Erfahrung mit jungen Fossiljägern überall auf der Welt teilen."

Neue Grabungskampagne beginnt

Bei der Vorstellung der Dinaledi-App gaben Berger und seine Kollegen bekannt, dass sie noch in diesem Jahr eine weitere Grabungskampagne starten werden.
Berger: "Es gibt noch viele offene Fragen. Konnte der Homo naledi Feuer machen? Hatten diese Menschen eine Werkzeugkultur? Und falls ja, wie sah sie aus? Waren die Individuen, die wir gefunden haben, schon tot, als sie in die Höhle gelangten, oder haben sie noch gelebt?"

Noch tausende unentdeckte Fossilien

Neben vier Debütantinnen wird auch die amerikanische Archäologin Becca Peixotto zum neuen Forscherteam gehören. Sie war bereits an der ersten Ausgrabung beteiligt.
Becca Peixotto: "Wir kehren nach Südafrika zurück und sind bald wieder unter Tage. Ich bin seit dem Jahr 2015 nicht mehr im Höhlensystem gewesen und schon sehr aufgeregt."
Professor Lee Berger rechnet damit, weitere Entdeckungen zu machen. "Möglicherweise finden wir weitere tausend Fossilien des Homo naledi."
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