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Deutsche Forscher entdecken in Frankreich zwei neue Bilderhöhlen

Deutsche Forscher entdecken in Frankreich zwei neue Bilderhöhlen
12.000 Jahre alte Höhlenkunst aus Frankreich. Die Rekonstruktion der Wandbilder war schwierig, weil sie von "Graffitis" aus der frühen Neuzeit überdeckt waren.
Foto: © Christian Hoyer, Arbeitsgruppe Floss, Universität Tübingen
BILDER AUS DER EISZEIT Wissenschaftler der Universität Tübingen haben im Osten Frankreichs zwei Höhlen mit prähistorischer Wandkunst entdeckt. Die Gravierungen und Malereien entstanden vor mindestens 12.000 Jahren, sagen die Forscher. Die Wandbilder wurden also von frühen modernen Menschen hinterlassen und zeigen unter anderem die Silhouette eines Pferdes und ein hirschartiges Tier.
Professor Harald Floss und seine Arbeitsgruppe konnten das Alter von 12.000 Jahren gemeinsam mit spanischen Kollegen und dank ausgeklügelter Technik nachweisen. Die deutschen Wissenschaftler erforschen seit mehr als zwanzig Jahren die Altsteinzeit im Osten Frankreichs - eine Region, in der sich Neandertaler und moderne Menschen vermutlich begegnet sind.

Die Wandbilder stammen von frühen modernen Menschen

"Weil die Dichte paläolithischer Fundstellen hier besonders hoch ist, vermuteten die Forscher schon eine Weile, dass es in dieser Region eine Bilderhöhle geben muss", sagt Archäologe Floss. Und nun hat man sogar zwei davon entdeckt. Es handelt sich um zwei Höhlengänge in der Grottes d'Agneux, wo frühe moderne Menschen Eiszeitkunst in Form von Felsgravierungen und Wandmalereien hinterlassen haben.
Allerdings war es eine komplizierte Arbeit, die eiszeitlichen Kunstwerke freizulegen, denn sie waren von jüngeren "Graffitis" überdeckt, die nach Angaben der Forscher zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert entstanden sind. Nur durch moderne bildbearbeitende Computerprogramme war es möglich, die ursprünglichen Wandmalereien zu rekonstruieren.

Hier trafen sich Neandertaler und Homo sapiens

Im Departement Saone-et-Loire erforschen die Tübinger Wissenschaftler die Übergangsphase von den letzten Neandertalern zu den ersten anatomisch modernen Menschen in Europa. Sie fanden dabei sowohl Hinterlassenschaften der letzten Neandertaler-Kultur des Chatelperronien als auch ein umfangreiches jungpaläolithisches Jagdlager des Homo sapiens aus der Zeit vor 25.000 Jahren.
"Die modernen Menschen orientierten sich bei ihrer Ausbreitung an Flüssen", sagt Professor Harald Floss. "Vermutlich wanderten sie vom Osten über die Donau und vom Süden über die Rhone nach Europa ein. Unsere Daten legen nahe, dass sich Neandertaler und moderne Menschen hier, im Osten Frankreichs, direkt begegnet sein könnten."
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Darwin konsequent gedacht. Vielleicht stammt ja der Affe vom Menschen ab.
Paulus Terwitte

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