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Neandertaler: Gab es Krieg um das begehrte Mammutfleisch?

Neandertaler: Gab es Krieg um das begehrte Mammutfleisch?
Neandertaler und Homo sapiens haben sich gleich ernährt. Dadurch waren sie Nahrungskonkurrenten. Gab es Kämpfe um das begehrte Mammutfleisch?
Symbolfoto: © Ramuck
Warum ist der Neandertaler ausgestorben, während der moderne Mensch Homo sapiens überlebt hat? Dazu gibt es viele Theorien. Eine lautet: Weil sich der frühe moderne Mensch flexibler ernährt hat als der Neandertaler. Er soll nicht nur Großwild und Pflanzen verspeist haben, sondern auch kleinere Tiere und Fische. Doch eine Studie von Forschern des Senckenberg Center for Human Evolution an der Universität Tübingen kommt zu einem anderen Ergebnis.
Das internationale Forscherteam unter der Leitung von Professor Dr. Herve Bocherens hat menschliche Fossilien von der Krim-Halbinsel analysiert, um herauszufinden, wie sich frühe moderne Menschen, die vor 43.000 Jahren nach Europa kamen, ernährt haben. Dazu verglichen sie die Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotope und den Stickstoff-15-Gehalt in den menschlichen Knochen mit dem von damals auf der Krim lebenden Beutetieren.

Kampf ums Mammutfleisch

"Unsere Ergebnisse zeigen für die anatomisch modernen Menschen einen sehr hohen Anteil des Stickstoffisotops 15N", erklärt Professor Bocherens. "Diese stammen aber nicht - wie bisher vermutet - von der Aufnahme von Fischprodukten, sondern überwiegend von Mammuts."
Heißt im Klartext: Früher Homo sapiens und die Neandertaler haben sich nahezu identisch ernährt. Sie jagten Mammuts und verspeisten deren Fleisch - angereichert mit pflanzlicher Kost. Einen nennenswerten Anteil von Fischprodukten konnten die Forscher nicht nachweisen.
Dr. Dorothee Drucker, die an der Studie beteiligt war, sagt: "Neandertaler und die frühen modernen Menschen standen laut unseren Ergebnissen also auch bezüglich ihrer Nahrung in direkter Konkurrenz - der Neandertaler hat bei diesem Wettkampf wohl den Kürzeren gezogen."

Sie waren Nahrungskonkurrenten

Einen Unterschied in der Ernährung haben die Tübinger Forscher aber doch ausmachen können. Obwohl das Mammut bei beiden Menschenarten die wichtigste Nahrungsquelle war, haben die frühen modernen Menschen deutlich mehr Pflanzen gegessen als die Neandertaler. Woran das lag, ist noch unklar.
Die neue Studie könnte erklären, warum die Neandertaler vor 40.000 Jahren ausgestorben sind. Der zahlenmäßig überlegene Homo sapiens hat ihnen die Mammuts weggegessen. Möglicherweise kam es auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen um diese überlebenswichtige Nahrungsressource.
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Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.
Mark Twain

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