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Jebel Irhoud: Waren diese Menschen wirklich schon Homo sapiens?

Jebel Irhoud: Waren diese Menschen wirklich schon Homo sapiens?
Ein 300.000 Jahre alter Homo sapiens-Schädel aus Marokko? Es gibt Forscher, die diese Interpretation kritisch sehen.
Foto: © Foto: Shannon McPherron, CC-BY-SA 2.0 Lizenz
Schon vor 300.000 Jahren haben im heutigen Marokko moderne Menschen gelebt. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Jean-Jacques Hublin vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.
Die Wissenschaftler haben einige bereits bekannte und einige neue Fossilien aus dieser Region (Jebel Irhoud) analysiert und dabei festgestellt, dass diese Menschen bereits einen modernen Gesichtsschädel und moderne Zähne besaßen. Also Merkmale, wie man sie vom Homo sapiens kennt. Und daraus schließen sie, dass es sich um frühe Vertreter des modernen Menschen gehandelt haben muss.

Archaisches Hirn und dennoch Homo sapiens?

Das klingt sensationell und macht den modernen Menschen 100.000 Jahre älter, als man bislang dachte. Doch schaut man sich die beschriebenen Schädel genau an, dann stellt man fest, dass der Gehirnschädel noch flach und archaisch war wie beim Urmenschen Homo erectus.
Inzwischen haben sich mehrere Forscher zu Wort gemeldet, die mit der Zuordnung der Funde zu Homo sapiens so ihre Probleme haben. Denn schließlich ist es genau dieser hohe gewölbte Hirnschädel, der zu den markanten anatomischen Merkmalen des Homo sapiens gehört und ihn von seinen Vorfahren unterscheidet.
Homo ja, sapiens jein, sagen die Kritiker. Wahrscheinlich handelt es sich bei den Fossilien aus Jebel Irhoud um eine Übergangsform zwischen Homo erectus und Homo sapiens. Und dafür gibt es bereits einen Fachterminus: Archaischer Homo sapiens. Und der impliziert, dass es sich noch nicht um vollwertige moderne Menschen handelte. Die Marokko-Funde zu Homo sapiens zu stellen, geht vielen Forschern eindeutig zu weit.
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