ANTROPUS
DER WEBLOG über die Evolution des Menschen
MenschenUrmenschenHominiden
Menübutton

Viele Menschen in Südostasien sind Nachfahren von Chinesen

Viele Menschen in Südostasien sind Nachfahren von Chinesen
Genetiker haben die DNA von Menschen analysiert, deren fossile Überreste bei archäologischen Grabungen in Südostasien freigelegt wurden.
Foto: © Lorna Tilley, Australian National University
Genetiker der Harvard Medical School und der Universität Wien haben die DNA von 18 Menschen analysiert, die vor 4100 bis 1700 Jahren in Vietnam, Thailand, Myanmar und Kambodscha gelebt haben. Ziel der Studie war es herauszufinden, wie diese Populationen miteinander verwandt waren und woher sie kamen.
Im Erbgut dieser Menschen fanden die Forscher Hinweise darauf, dass es in den letzten 50.000 Jahren drei große Migrationswellen gegeben haben muss. Und zwei davon kamen aus China.

Drei Migrationswellen

Vor 45.000 Jahren kamen die ersten Jäger und Sammler in die Region, so die Forscher. Sie bilden sozusagen die Urbevölkerung Südostasiens.
Eine zweite Migrationswelle gab es vor 4500 Jahren. Sie bestand vor allem aus Menschen, die aus dem heutigen China einwanderten. Diese Menschen sollen sich mit den Jägern und Sammlern vermischt und neue landwirtschaftliche Praktiken wie den Reisanbau mitgebracht haben.
Die dritte Migrationswelle ereignete sich in der Bronzezeit, so die Forscher. Auch diese Menschen kamen vorwiegend aus China und hatten die Metallverarbeitung im Gepäck. Vor rund 3200 Jahren erreichten sie Myanmar, vor 2000 Jahren Vietnam und innerhalb der letzten 1000 Jahre Thailand.

Ähnliches Muster wie in Europa

Ein ähnliches Zuwanderungsmuster haben Genetiker bereits für Europa festgestellt. Allerdings mit einem gravierenden Unterschied. Die genetische Vielfalt ist in Europa heute viel niedriger als in Südostasien. In Thailand, Malaysia und auf den Philippinen gibt es tatsächlich noch Menschen, die quasi direkte Nachfahren dieser drei Einwanderungswellen sind.
Dass es sowohl in Europa als auch Südostasien etwa zur gleichen Zeit große Migrationsströme gab, könnte ein Hinweis darauf sein, dass es damals in Zentral- und Vorderasien mehrere gravierende Klimaveränderungen gab, die die Menschen dazu zwangen, ihren angestammten Lebensraum zu verlassen und sich eine neue Heimat zu suchen.
Neandertaler: Gab es Krieg um das begehrte Mammutfleisch?
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
Bessere Kommunikation durch flache Stirn und bewegliche Augenbrauen
PALÄO UPDATE
Hatten der Homo sapiens und die Neandertaler wirklich Sex?
Nur durch Schaden werden wir klug. Ein Leitmotiv der gesamten Evolution.
Christian Morgenstern
PALÄO CLASSICS - 1868
Cro Magnon Mensch
Foto: Neanderthal Museum, Daniela Hitzemann, CC BY-SA 4.0 Lizenz
Erste Europäer - Louis Lartet entdeckt in Frankreich den Cro Magnon Menschen
PALÄO CLASSICS - 2003
Homo floresiensis
Foto: © Ismoon, CC BY-SA 4.0 Lizenz
Die seltsamen Zwergmenschen von der indonesischen Insel Flores
Aua! Zahnschmerzen gibt es schon seit 2,5 Millionen Jahren
X