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Kritik an Klon-Gehirn. Aber es ist doch nur ein Organoid, Freunde

Kritik an Klon-Gehirn. Aber es ist doch nur ein Organoid, Freunde
Die Meldung, dass Svante Pääbo und sein Team dabei sind, ein Neandertaler-Gehirn zu klonen, sorgt für Aufregung.
Foto: © Frank Vinken, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie
Wie britische Medien berichten, sind Genetiker des Max Planck Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gerade dabei, eine Klon-Version eines Neandertaler-Gehirns zu züchten, um es mit dem Gehirn heutiger Menschen zu vergleichen.
Allerdings soll es sich um kein vollständiges Urmenschen-Gehirn handeln, sondern "nur" um ein sogenanntes Organoid. So bezeichnet man Mini-Versionen menschlicher Organe, die Biologen bereits seit Jahren im Reagenzglas züchten, um die Zellstruktur und die Nervenbahnen zu untersuchen.

Menschliche Stammzellen genetisch verändert

Sollte stimmen, was die britische Presse berichtet, dann haben die Leipziger Forscher menschliche Stammzellen so verändert, dass sie jetzt Neandertaler-DNA enthalten (Gen-Editing). Daraus soll ein Hirn-Organoid wachsen, dessen Gewebe und Strukturen man untersuchen kann. Eine offizielle Stellungnahme des MPI gibt es dazu bislang nicht.
Ziel der Aktion? Im britischen Guardian wird Svante Pääbo, Direktor des Max Planck Instituts für evolutionäre Anthropologie, mit den Worten zitiert: "Wir wollen herausfinden, ob wir grundlegende Unterschiede in der Funktionweise von Nervenzellen finden können, die erklären, warum der Mensch kognitiv so besonders zu sein scheint."
Pääbo vertritt schon seit Jahren die Theorie, dass es möglicherweise so etwas wie ein "Sapiens-Gen" gibt, das den modernen Menschen so besonders macht und ihn von allen ausgestorbenen Menschenarten unterscheidet.

Diskussion in den sozialen Medien

Seit die ersten britischen Presseberichte erschienen sind, wird in den sozialen Medien kontrovers darüber diskutiert, ob es ethisch vertretbar ist, ein Neandertaler-Gehirn zu züchten. Allerdings wird dabei meist übersehen, dass es sich lediglich um ein Organoid handelt, also um eine begrenzte Anzahl Gehirnzellen und nicht um ein vollständiges Gehirn.
Trotzdem gibt es Vorwürfe, die Leipziger Genetiker würden nun in die Fußstapfen von Harvard-Professor George Church treten, der schon seit geraumer Zeit plant, einen Neandertaler zu klonen. Allerdings hat Church bislang keine Frau finden können, die bereit gewesen wäre, ein genmanipuliertes Neandertaler-Baby auszutragen.
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