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Die Evolutionstheorie hat heute viel mehr Anhänger als noch 1986

Die Evolutionstheorie hat heute viel mehr Anhänger als noch 1986
Eine Langzeitstudie aus Australien kommt zu dem Ergebnis, dass sich Darwin's Evolutionstheorie deutlich gegen den Kreationismus durchgesetzt hat.
Symbolbild
Im Jahr 1986 gaben bei einer Umfrage 10 Prozent aller australischen Biologie-Studenten an der Universität New South Wales an, dass sie nicht an Darwin's Evolutionstheorie glauben, sondern an die göttliche Schöpfung. Und stolze 50 Prozent erklärten, dass zwar Evolution stattfindet, dass sie jedoch von einem göttlichen Wesen gelenkt wird. Das Gedankengut des Kreationismus war damals weit verbreitet.
Schockierende Ergebnisse für angehende Wissenschaftler, fand Professor Mike Archer von der Universität New South Wales, und er beschloss, die Sache im Auge zu behalten. Also startete er eine Langzeitstudie, um herauszufinden, wie sich dieser Trend entwickelt.
Professor Archer: "Ich wollte einfach wissen, wieviele unserer Studenten ein kreationistisches Weltbild haben. Denn unter dem Strich bedeutete das ja, dass wir unsere Zeit verschwenden, wenn wir sie in Evolution unterrichten."

Langzeit-Umfrage von 1986 bis 2017

Zwischen 1986 und 2017 hat Mike Archer jeden neuen Biologie-Jahrgang an seiner Universität mit einem anonymen Fragebogen konfrontiert. Darin wollte er wissen, ob die Studenten an eine göttliche Schöpfung in den letzten 10.000 Jahren glauben, ob ein göttliches Wesen die Evolution lenkt oder ob Gott und Evolution nichts miteinander zu tun haben. Und die Ergebnisse hat der Forscher jetzt im Wissenschaftsmagazin "Evolution: Education and Outreach" veröffentlicht.
Archer: "Die Kreationisten, die ich damals kannte, haben alle prognostiziert, dass der Anteil von Biologie-Studenten mit kreationistischen Ansichten von Jahr zu Jahr steigen wird. Und das geschah anfangs auch. Doch dann hat sich der Trend umgekehrt."

Immer weniger Hardcore-Kreationisten

Hier die wichtigsten Ergebnisse aus Archer's Langzeitstudie:
- Die Zahl der Biologie-Studenten, die sich offen zum Kreationismus bekennen, ist von 10 Prozent im Jahr 1986 auf 4 Prozent im Jahr 2017 gesunken.
- 1986 gaben noch 50 Prozent aller Befragten an, dass ein göttliches Wesen die Evolution lenkt. 2017 waren es nur noch 25 Prozent.
- 1986 sagten nur 25 Prozent, dass Gott und Evolution nichts miteinander zu tun haben. Im Jahr 2017 waren es stolze 62 Prozent.

Unter dem Strich ein klarer Sieg für Darwin

Archer kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Evolutionstheorie in den letzten dreißig Jahren relativ deutlich gegen die Idee einer göttlichen Schöpfung durchgesetzt hat. Der Anteil der Hardcore-Kreationisten ist kräftig gesunken und bewegt sich heute im einstelligen Prozentbereich. Und fast zwei Drittel aller Befragten sind davon überzeugt, dass es keinen Gott gibt, der Einfluss auf die Evolution nimmt.
Die Ergebnisse gelten natürlich nur für Biologie-Studenten und die Universität New South Wales. Aber sie lassen ein deutlichen Trend erkennen, so Professor Archer. Darwin's Evolutionstheorie hat in den letzten Jahrzehnten deutlich an Zustimmung gewonnen, während das Gedankengut der Kreationisten an Bedeutung verloren hat.
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