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Versteinerte Spuren im Sand: Der Mensch hat Riesenfaultiere gejagt

Versteinerte Spuren im Sand: Der Mensch hat Riesenfaultiere gejagt
Ein Riesenfaultier stellt sich auf die Hinterbeine, um sich zu verteidigen. Es wird von menschlichen Jägern verfolgt und angegriffen.
Foto: © Alex McClelland, Universität Bournemouth
Vor 50.000 Jahren begann das Aussterben der großen Säugetiere. Das Mammut und das Wollhaarnashorn verschwanden ebenso wie das Riesenkänguru und das Mastodon. Auch 80 Prozent aller Arten mit einem Körpergewicht über 100 Kilogramm wurden ausradiert. Man bezeichnet das als Pleistozäne Aussterbewelle. Lediglich in Afrika und Südasien überlebten ein paar Elefanten, Flusspferde und Rhinozerosse.
Warum es zum Massenaussterben der Giganten kam, ist umstritten. Einige Forscher glauben, dass ein Asteroid eingeschlagen ist. Andere sehen einen dramatischen Klimawandel als Ursache. Doch die meisten Forscher vertreten die Theorie, dass der moderne Mensch Homo sapiens diese Großsäuger gejagt und ausgerottet hat.

Umstrittene Overkill-Hypothese

Man bezeichnet diese Theorie als Overkill-Hypothese. Wo immer der Homo sapiens in der Zeit vor 50.000 bis 10.000 Jahren aufkreuzte, verschwanden die großen Säugetiere. Die Ausbreitungs-Szenarien des modernen Menschen decken sich auffällig präzise mit den Aussterbewellen der Großsäuger.
Definitiv bewiesen ist die Overkill-Hypothese allerdings nicht. Und ihre Kritiker halten dagegen, dass die damals noch recht primitiven Jagdmethoden des Menschen gar nicht ausgereicht haben können, um derartigen Schaden in der Tierwelt anzurichten. Einige Forscher bezweifeln sogar, dass der Homo sapiens überhaupt in der Lage war, so große Tiere zu erlegen.

Menschen jagen ein Riesenfaultier

Zumindest Letzteres scheint nun widerlegt. Forscher der Universität Bournemouth haben in der White Sands Wüste im amerikanischen Bundesstaat New Mexico 10.000 bis 15.000 Jahre alte versteinerte Fußspuren ausgegraben, die von einem Riesenfaultier und von menschlichen Jägern stammen, die es verfolgen. Und die Fußspuren enden in einem Szenario, das auf einen Kampf hindeutet. Das tonnenschwere Ungetüm stellte sich auf seine Hinterbeine, um sich mit seinen messerscharfen Krallen zu verteidigen (Illustration oben).
Ob das Riesenfaultier diese Jagdszene überlebt hat, verrät das versteinerte Szenario leider nicht. Doch unter dem Strich zogen seine Artgenossen den Kürzeren. Vor 10.000 Jahren starb das letzte Exemplar aus. Wahrscheinlich landete es im Kochtopf eines Menschen.
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