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Der Homo sapiens ist gut mit Klimaänderungen zurecht gekommen

Der Homo sapiens ist gut mit Klimaänderungen zurecht gekommen
Als die Eiszeit endete, breitete sich der Homo sapiens wieder in Europa aus. Und wie es aussieht, konnten ihn selbst dramatische Klimawechsel nicht davon abhalten.
Foto: © Semhur, CC BY-SA 4.0 Lizenz
Seit geraumer Zeit diskutieren Archäologen und Anthropologen darüber, wie die europäischen Jäger und Sammler des Mesolithikums (die ersten Jahrtausende nach der Eiszeit) mit Klimaveränderungen zurecht kamen. Einige Forscher glauben, dass diese archaischen Jäger- und Sammler-Gemeinschaften sehr anfällig waren und häufig ihren Lebensraum wechseln mussten, um zu überleben. Andere sind der Ansicht, dass die frühen Europäer in der Lage waren, auch dramatische Klimaveränderungen zu überstehen.
In einer neuen Studie kommen Forscher der Universität London zu dem Ergebnis, dass eine Gruppe von Jägern und Sammlern, die vor 11.500 Jahren im nordenglischen Yorkshire gelebt hat, mit zwei "dramatischen Klimaereignissen" konfrontiert wurde und beide relativ unbeschadet überstanden hat.

Jäger und Sammler in Großbritannien

Als die Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren endete, waren weite Teile Europas entvölkert. Doch mit den steigenden Temperaturen kehrte auch der Mensch zurück. Jäger- und Sammlergruppen breiteten sich aus. Davon zeugen archäologische Funde in England, Norddeutschland, Dänemark und Schweden. Diese Menschen lebten von der Jagd, betrieben Fischfang, sammelten Beeren und Früchte. Und es gibt Hinweise, dass sie zumindest für einige Monate im Jahr an einem Ort verweilten und sich einfache Hütten bauten.
Man bezeichnet diese frühe holozäne Kulturstufe als Maglemose-Kultur. Und einer der bekanntesten Fundorte ist Star Carr im nordenglischen Yorkshire. Dort haben vor 11.500 Jahren über einen längeren Zeitraum Jäger und Sammler gelebt. Das belegen Pfeilspitzen, Werkzeugartefakte, Fischgabeln, Harpunen und zahlreiche Knochen von Beutetieren. Und wie es aussieht, sind diese frühen Europäer sehr gut mit Klimaveränderungen zurecht gekommen.

Zwei dramatische Klimaveränderungen

Professor Simon Blockley von der Universität London und seine Kollegen haben die Sedimentschichten in mehreren Seen untersucht, um herauszufinden, mit welchen Klimabedingungen diese frühen Engländer konfrontiert wurden. Und dabei sind sie auf zwei "abrupte klimatische Ereignisse" gestoßen, die den Lebensraum und das Nahrungsangebot dieser Menschen dramatisch verändert haben.
Beim ersten Klima-Ereignis sank die Durchschnittstemperatur um dramatische 10 Grad, so die Forscher, beim zweiten immerhin noch um 4 Grad. Und das innerhalb von nur 100 Jahren. Doch die Population, die damals in Star Carr lebte, scheint das gut weg gesteckt zu haben. Es gibt keinerlei Hinweise auf Nahrungsprobleme, Bevölkerungsrückgang oder grundlegende Veränderungen der Lebensweise.
"Die Lufttemperatur, die Landschaft und das Ökosystem der Region müssen sich damals dramatisch verändert haben", schreiben die Forscher in ihrer Studie. "Doch die Star-Carr-Population wies eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel auf."

Die Rekolonisierung Europas

Die britischen Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass die Jäger und Sammler, die Europa nach der Eiszeit neu besiedelt haben, sehr anpassungsfähig waren. Sie verfügten offenbar über flexible Überlebensstrategien, die ihnen dabei halfen, die letzten, aber heftigen "Nachwehen" der Eiszeit zu überstehen.
Professor Simon Blockley und sein Team schreiben in ihrer Forschungsarbeit: "Ob diese Populationen gegenüber solchen Ereignissen resistent oder für Umweltveränderungen anfällig waren, ist für das Verständnis der Rekolonisierung Europas von entscheidender Bedeutung."
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