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Sind es Krankheiten, die den IQ des Menschen weltweit sinken lassen?

Sind es Krankheiten, die den IQ des Menschen weltweit sinken lassen?
Der weltweite Durchschnitts-IQ sinkt. Da sind sich fast alle Forscher einig. Liegt es an Infektionskrankheiten, die das Hirnwachstum von Säuglingen beeinträchtigen?
Symbolbild
Nun ist es sozusagen amtlich. Der Mensch wird dümmer. Das haben Bernt Bratsberg und Ole Rogeberg von der Universität Oslo herausgefunden. Und sollte sich dieser Trend fortsetzen, dann wird der Durchschnitts-IQ in den nächsten 100 Jahren deutlich sinken - um bis zu zehn IQ-Punkte.
Die norwegische Studie deckt sich mit den Forschungsergebnissen anderer Wissenschaftler. Auch sie sagen: Der Durchschnitts-IQ befindet sich im freien Fall. Allerdings gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, woran das liegt. Einige Forscher tippen auf Umwelteinflüsse, andere auf mangelnde Bildung und exzessive Mediennutzung, wieder andere auf Fortpflanzungstrends (hohe Geburtenraten bei weniger intelligenten Menschen) und Genmutationen.

Kleinere Gehirne, negative Mutationen

Fest steht, dass der Cro Magnon Mensch und die Neandertaler größere Gehirne hatten als der Jetzt-Mensch. Das Gehirn-Volumen ist in den letzten 40.000 Jahren kleiner geworden. Und einige Forscher vermuten, dass das mit der unterschiedlichen Lebensweise zu tun hat. Die Jäger und Sammler der Steinzeit benötigten viel mehr Wissen und wurden mit ganz anderen Problemen konfrontiert als der heutige Mensch. Und diese Herausforderungen ließen ihre grauen Zellen wachsen.
Der amerikanische Evolutionsbiologe Richard Crabtree kam im Jahr 2012 zu dem Ergebnis, dass der IQ sinkt, weil keine natürliche Selektion mehr stattfindet. Dumme Menschen sind in der Steinzeit früh gestorben und hatten wenig Nachkommen. Doch diese Selektion findet heute nicht mehr statt. Dadurch breiten sich negative Mutationen im Erbgut des Menschen aus. Und diese Mutationen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Infektionskrankheiten in der Kindheit

Zu einem anderen Ergebnis kommen Forscher der amerikanischen Universität New Mexico. Sie haben nach einer Erklärung dafür gesucht, warum die Menschen in Afrika einen niedrigeren IQ haben als Asiaten und Europäer (ist leider Fakt). Als Ursache dafür haben sie die hohe Verbreitung von Infektionskrankheiten ausgemacht.
Argumentation der Forscher: Die Entwicklung des Gehirns bei Neugeborenen verschlingt 90 Prozent der zur Verfügung stehenden Energie des Körpers. Doch wenn diese Kinder unter Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Malaria leiden, dann benötigt der Körper enorm viel Energie, um das Immunsystem zu stärken. Und die fehlt dann für die Hirnentwicklung.
Das ist bislang nur eine Theorie. Doch die deckt sich auffällig mit den weltweit gemessenen IQ-Werten. Die Länder mit dem niedrigsten Durchschnitts- IQ (Mosambik, Kamerun, Äquatorialguinea, Gabun) führen auch die Weltrangliste der Infektionskrankheiten an. In den Ländern mit dem höchsten IQ (Singapur, Südkorea, China, Japan, Italien) spielen diese Erreger dagegen praktisch keine Rolle.

Mobilität und Klimawandel sind Katalysatoren

Dass der IQ inzwischen auch in den Industrieländern sinkt (die USA befinden sich in der weltweiten IQ-Rangliste inzwischen nur noch im unteren Mittelfeld), könnte darauf hindeuten, dass sich Malaria, Denguefieber und Co. zunehmend in Richtung Norden ausbreiten.
Dafür gibt es laut Deutschem Ärzteblatt zwei Gründe - die weltweite Mobilität und der Klimawandel. Die Erreger breiten sich per Schiff und Flugzeug aus und fühlen sich dank gestiegener Temperaturen inzwischen auch auf der Nordhalbkugel wohl. Wörtlich heißt es: "Derzeit treten die meisten dieser Infektionen in der Subsahara-Region auf, doch auch in Europa werden sie in Zukunft zunehmen."

Noch genug IQ, um intelligent zu entscheiden?

Sollte stimmen, was die Forscher der Universität New Mexico vermuten, nämlich dass die körperliche Belastung durch Infektionskrankheiten in der frühen Kindheit die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt und zu einem niedrigeren IQ führt, dann gibt es gute Gründe, den Impfschutz wieder auszubauen und den Klimawandel zu stoppen.
Außerdem sollten wir dafür sorgen, dass die Kinder in Afrika endlich sauberes Trinkwasser bekommen. Damit könnten wir künftige Generationen in die Lage versetzen, ihre hausgemachten Probleme besser in den Griff zu bekommen.
Bleibt zum Schluss nur eine Frage: Ist der Homo sapiens überhaupt noch intelligent genug, das zu erkennen und in die Tat umzusetzen? Oder werden wir die Probleme gnadenlos wegtrumpen, bis es zu spät ist?
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