ANTROPUS
DER WEBLOG über die Evolution des Menschen
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Der moderne Mensch hat damals überlebt, weil er Hilfe bekam

Der moderne Mensch hat damals überlebt, weil er Hilfe bekam
Ein Vulkanausbruch verwüstete vor 40.000 Jahren weite Teile Europas und veränderte das Klima. Überlebt hat das nur der Homo sapiens.
Symbolbild: © Peter van der Sluijs, CC BY-SA 4.0 Lizenz
Vor 40.000 Jahren explodierte in den Phlegräischen Feldern in der Nähe von Neapel ein sogenannter Supervulkan. Die Eruption verwüstete große Teile Europas und sorgte mit tausenden Tonnen Asche in der Atmosphäre für einen dramatischen Klimawechsel.
Die Neandertaler starben aus oder verließen die Region. Und beinahe alle modernen Menschen, die damals in Europa lebten, ebenfalls. Doch einige Vertreter von Homo sapiens haben diese Naturkatastrophe überlebt und sind geblieben. Und das gelang ihnen vor allem deshalb, weil sie gut vernetzt waren und Hilfe von "außerhalb" bekamen.

Der moderne Mensch hat das ausgehalten

So ungefähr sieht das Szenario aus, das Wissenschaftler der Universität Montreal und der Universität Genua entwickelt haben, nachdem sie Steinwerkzeuge und Jagdwaffen analysiert haben, die allesamt aus der verwüsteten Region und aus den 4000 Jahren nach der Katastrophe stammen.
Nach der Super-Eruption gibt es praktisch keine Hinterlassenschaften mehr, die man den Neandertalern zuordnen kann, so das Forscherteam um Julien Riel-Salvatore und Fabio Negrino. Sie haben nur noch Werkzeuge, Schaber und Teile von Jagdwaffen entdeckt, die vom Homo sapiens stammen. Und einige davon haben eine weite Reise hinter sich.

Gute Vernetzung hilft zu überleben

Bei der Analyse der Werkzeug-Artefakte ist den Forschern aufgefallen, dass der verwendete Feuerstein nicht aus der Region stammt, sondern über hunderte Kilometer transportiert wurde. Daraus schließen sie, dass die frühen Homo sapiens-Italiener gut vernetzt waren und Hilfe von anderen Homo sapiens-Gruppen bekamen.
Julien Riel-Salvatore: "Im Gegensatz zu den Neandertalern ist der moderne Mensch nicht lokal ausgestorben - er hat sich angepasst. Und das gelang ihm nur, weil er Kontakte zu anderen Gruppen hatte, die weit entfernt lebten. Und je besser diese sozialen Netzwerke sind, desto einfacher ist es, auch schwere regionale Katastrophen zu überstehen."
Die Forscher ziehen sogar eine Verbindungslinie in die Gegenwart. Diese besondere Fähigkeit, nämlich weitverzweigte soziale Netzwerke zu bilden, zeichnet ihrer Meinung nach den Homo sapiens aus und macht ihnen Hoffnung, dass der moderne Mensch auch die globale Erderwärmung überstehen wird, die gerade stattfindet.
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