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Einige Neandertaler betrieben Inzucht. Andere offenbar nicht

Einige Neandertaler betrieben Inzucht. Andere offenbar nicht
Genetiker haben ein weiteres Neandertaler-Genom entschlüsselt. Das einer Frau, die vor 56.000 Jahren im heutigen Kroatien lebte.
Symbolbild: © Ismoon, CC BY-SA 4.0 Lizenz
Neandertaler war nicht gleich Neandertaler. Das hat der DNA-Vergleich einer Neandertalerin aus dem heutigen Kroation mit einem Neandertaler aus dem asiatischen Altai-Gebirge ergeben. Sie waren sich zwar genetisch sehr ähnlich - ähnlicher als heutige Menschen - scheinen aber in unterschiedlichen sozialen Systemen gelebt zu haben.

Der Altai-Neandertaler war ein Inzest-Kind

Der Neandertaler aus dem Altai-Gebirge war das Produkt einer inzestiösen Beziehung, so die Forscher. Seine Eltern waren wahrscheinlich Geschwister oder Onkel und Nichte. Dies lässt auf eine relativ kleine Gemeinschaft schließen, die nur wenig Kontakt zu anderen Neandertalergruppen hatte.
Anders die Neandertalerfrau aus Kroatien. Bei ihr ließen sich keine genetischen Spuren von Inzucht nachweisen. Ihre Eltern waren nicht miteinander verwandt. Und das deutet darauf hin, dass die Gruppe, in der sie lebte, deutlich offener war und Kontakte zu anderen Neandertaler-Populationen hatte.

Genetisch überraschend ähnlich

Überrascht hat die Wissenschaftler, wie gering die genetischen Unterschiede zwischen den beiden Neandertalern waren, obwohl der Altai-Neandertaler vor 120.000 Jahren lebte und die Neandertalerin aus Kroatien erst vor 52.000 Jahren. Hinzu kommt die geographische Entfernung. Die Forscher schließen daraus, dass es nur sehr wenige Neandertaler gab, deren Genpool sich auch über Jahrtausende kaum verändert hat.
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