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Beweist dieser Stein, dass der Australopithecus ein Künstler war?

Beweist dieser Stein, dass der Australopithecus ein Künstler war?
Der Stein von Makapansgat zeigt deutlich ein Gesicht. Wurde er aus diesem Grund von einem Australopithecus aufgehoben und aufbewahrt?
Foto: © University of the Witwatersrand
Schon seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert, wie clever und menschlich der Australopithecus war. Hatte der Hominide, der vor 4,2 bis 2,0 Millionen Jahren lebte, bereits ein Bewusstsein wie der Mensch? Nutzte er Steinwerkzeuge? Und kannte er so etwas wie Kunst?
Kunst? Ja doch, es gibt einen Fund, der zumindest vermuten lässt, dass schon die Vormenschen so etwas wie symbolisches Denken und ästhetisches Empfinden kannten. Man bezeichnet das Artefakt als "Stein von Makapansgat".

Ungewöhnliches Ausstellungsstück

Zu Beginn des Jahres zeigte das Nasher Sculpture Center in Dallas eine Ausstellung mit dem Titel "First Sculpture: Handaxe to Figure Stone". Und neben dekorierten Neandertaler-Faustkeilen und kleinen Skulpturen, die der frühe moderne Mensch hergestellt hat, war auch eine Leihgabe der südafrikanischen Universität von Witwatersrand zu bewundern - der Stein von Makapansgat.
Dabei handelt es sich um einen Stein, der aus dem Quarz Jaspis besteht und auf dem ein Gesicht zu erkennen ist - zwei Augen, ein Mund und so etwas wie die Andeutung einer Überaugenwulst. Leider war es nicht möglich, den Stein exakt zu datieren, aber er soll aus der Zeit vor 2,9 bis 2,5 Millionen Jahren stammen. Sollte das ältere Datum stimmen, dann gab es damals noch keine Frühmenschen, sondern nur Australopithecinen.

Der Stein zeigt deutlich ein Gesicht

Der Stein von Makapansgat weist keinerlei Spuren von Bearbeitung auf. Er ist definitiv natürlich entstanden. Aber jemand muss ihn aufgehoben und lange Zeit mit sich herumgetragen haben, denn in der Region, in der er gefunden wurde, gibt es kein Jaspis-Quarz.
Einige Forscher vermuten, dass jemand den Stein wegen des Gesichtes aufgehoben und aufbewahrt hat. Und da man ganz in der Nähe die Fossilien eines Australopithecus africanus gefunden hat, gehen diese Forscher davon aus, dass schon vormenschliche Hominiden symbolisch denken und ästhetisch empfinden konnten.

Umstrittene Interpretation

Das Ganze ist natürlich nur die Interpretation einer löchrigen Indizienkette, aber die Ausstellungsmacher in Dallas hat sie überzeugt. Und sie stellten die Frage: "War der Australopithecus ein Künstler?". Denn Kunst zu erkennen und als solche einzuordnen, ist nach Ansicht der Kuratoren bereits Kunst. Und da spielt es keine Rolle, ob diese Kunst natürlich entstanden ist oder von Menschenhand geformt wurde.
Natürlich gibt es massenhaft Paläoanthropologen, die sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden können. Sie sagen: Der Australopithecus konnte zwar aufrecht gehen, aber ansonsten war er ein Menschenaffe. Sein kleines Gehirn konnte noch nicht ästhetisch denken wie der spätere Mensch. Ob sie damit richtig liegen, müssen künftige Funde zeigen.
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Mir ist bis heute noch kein Problem - wie kompliziert auch immer - begegnet, dass sich nicht durch den richtigen Blickwinkel noch stärker verkomplizieren ließe.
Paul Alderson

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