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Seltener Fund: Eine Harpune und zwei Handäxte aus Schottland

Seltener Fund: Eine Harpune und zwei Handäxte aus Schottland
Diese Harpunenspitze ist 6000 Jahre alt und stammt aus Schottland. Ein seltener Fund, so das Forscherteam, denn damals wurden die britischen Inseln gerade erst wieder neu besiedelt.
Foto: © Tarradale Through Time
Die schottischen Bravehearts haben nicht nur Engländer vermöbelt, sondern auch Robben und Seevögel gejagt. Das belegen zwei 6000 Jahre alte Handäxte und eine Harpune, die Wissenschaftler des archäologischen Forschungsprojekts "Tarradale Through Time" an der schottischen Nordseeküste entdeckt haben.
Die Forscher glauben, dass es sich um die Überreste eines kleinen mesolithischen Lagerplatzes handelt, der von Jägern und Sammlern vorübergehend angelegt und später wieder aufgegeben wurde. Mit einem Alter von 6000 Jahren zählen die neuen Artefakte zu den ältesten Siedlungsspuren in Schottland.

Keine Menschen während der Eiszeit

Schottland ist nicht gerade bekannt für sehr alte archäologische Funde. Das liegt vor allem daran, dass Großbritannien während der Eiszeit vollkommen vergletschert war. Erst als die Eiszeit endete und die Gletscher schmolzen, wurde die Insel wieder bewohnbar.
Steinzeitliche Jäger und Sammler kehrten damals über eine Landverbindung nach Großbritannien zurück und breiteten sich in der Folgezeit auch nach Schottland aus. Vor 4500 Jahren folgten erste Bauernkulturen, die Landwirtschaft und Viehzucht betrieben. Von diesen Menschen stammen auch die Hügelgräber und Steinkreise, die man aus ganz Großbritannien kennt.

Die Großwildherden verschwinden

Die drei neuen Funde, zwei Handäxte und eine Harpunenspitze, stammen aus einer Zeit, als sich die Landschaft in Europa grundlegend veränderte. Mit Ende der Eiszeit verschwanden die weiten Kältesteppen und mit ihnen die Großwildherden, von denen sich die Menschen bis dato ernährt hatten. Dichte Wälder breiteten sich aus. Und die Jäger und Sammler mussten sich anpassen, um zu überleben.
Sie taten das, indem sie vermehrt Standwild (Hirsche, Rehe, Wildschweine) jagten, das sich in den umliegenden Wäldern aufhielt, auch Vögel und Kleintiere erlegten und die Fischerei forcierten. Außerdem gab es nun ein reichhaltiges Angebot an Beeren und Früchten.

Jagd auf große Vögel und Robben

Die neu entdeckte Harpunenspitze aus Hirschgeweih diente nach Ansicht des Forscherteams nicht dazu, Fische zu fangen, sondern um Jagd auf große Vögel und Robben zu machen, die man mit einem gezielten Wurf erlegte. Wahrscheinlich war der nicht erhaltene hölzerne Harpunenschaft mit einem Seil gesichert, um zu verhindern, dass die Beute entkommen konnte.
Auch die beiden großen Handäxte bestehen aus Hirschgeweih. Wozu sie eingesetzt wurden, ist nicht so ganz klar. Die Forscher glauben, dass man damit Fleischstücke aus Robben und Hirschen herausschneiden konnte. Aber sie eigneten sich auch, um Rinde von Bäumen zu hacken oder nach Wurzeln zu graben.
Nach Angaben des Forscherteams ist es der erste Fund solcher Geweih-Werkzeuge auf den britischen Inseln. Bislang kannte man sie nur aus Dänemark und anderen Teilen Kontinental-Europas.
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Christian Morgenstern

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