HOMO SAPIENS
Button
Menschen. Urmenschen. Hominiden
Forscher. Fossilien. Artefakte
Menübutton

Wie kommt eine Steinaxt aus der Steinzeit in ein Wikingergrab?

Wie kommt eine Steinaxt aus der Steinzeit in ein Wikingergrab?
Gab es schon in der Steinzeit "Forscher", die sich mit dem Ursprung des Menschen beschäftigt haben?
Symbolbild
Es gibt Fossil- und Werkzeugfunde, an denen die Paläoanthropologie schwer zu schlucken hat. Dazu zählt ein Mammutknochen aus Amerika, der Spuren von Werkzeuggebrauch aufweist und 130.000 Jahre alt sein soll. Wurde Nordamerika viel früher von Menschen besiedelt, als man bislang dachte?
Ebenfalls rätselhaft sind uralte Werkzeug-Artefakte, die Forscher auf mehreren Mittelmeerinseln ausgegraben haben. Sie stammen aus einer Zeit, als es eigentlich noch keine Seefahrt gab. Wie sind sie dorthin gelangt? Und welche Menschenart hat sie hinterlassen?
Nicht zu vergessen 100.000 Jahre alte Zähne aus China, die vom modernen Menschen Homo sapiens stammen sollen. Doch der hat diese Region eigentlich erst vor 40.000 Jahren besiedelt.

Spektakuläre Funde - plumpe Erklärungen

So unterschiedlich all diese Funde sind, sie haben eines gemeinsam - sie widersprechen dem bislang dokumentierten Fossilbestand und allen anerkannten Theorien über die Ausbreitung des Menschen. Dennoch muss es eine Erklärung für diese mysteriösen Fossilien und Artefakte geben.
Natürlich haben Forscher versucht, diese seltsamen Funde zu erklären. Und dabei kamen sie auf allerhand ungewöhnliche Gedanken. Der Mammutknochen aus den USA soll zum Beispiel von einem Bulldozer überrollt worden sein, die Datierungen der Steinwerkzeuge von den Mittelmeerinseln sind allesamt falsch und die Homo sapiens-Zähne aus China stammen angeblich von einem "ungewöhnlichen" Homo erectus. Die Welt der Paläoanthropologie war wieder in Ordnung. Wirklich?

Wie kommt eine Steinaxt in ein Wikingergrab?

Im Folgenden zwei kurze Geschichten. Vor einigen Jahren haben Archäologen in Skandinavien das Grab eines Wikingerkriegers entdeckt. Und in diesem Grab fanden sie zahlreiche Grab-Beigaben. Und eine davon war extrem ungewöhnlich. Es handelte sich um eine Steinaxt aus der Jungsteinzeit. Also um eine Waffe, die viele tausend Jahre älter war als der Krieger. Man nimmt an, dass er diese Steinaxt irgendwo gefunden, als Hinterlassenschaft seiner Vorfahren erkannt und aus rituellen Gründen aufbewahrt hatte. Und dass man sie ihm ins Grab legte, beweist, dass dieses Artefakt große Bedeutung für den Mann hatte.
Geschichte zwei geht so: In Australien fanden Archäologen im Jahr 2011 einen menschlichen Schädel, der zweifelsfrei von einem Europäer stammte. Und als man diesen Schädel datierte, stellte man fest, dass er deutlich älter war als die Entdeckung Australiens durch James Cook im Jahr 1770. Sofort wurde darüber spekuliert, dass der Schädel von einem Europäer stammen musste, der Australien vor Cook entdeckt hatte. Doch heute ist man sich relativ sicher, dass der Schädel aus einer wissenschaftlichen Sammlung stammt, die ein britischer Naturforscher im 18. Jahrhundert nach Australien verschifft hat.

Gab es bereits in der Steinzeit Wissenschaftler?

Sie ahnen schon, worauf dieser Artikel hinaus will. Der moderne Mensch Homo sapiens ist die einzige Menschenart, die wirklich jeden Winkel auf unserem Planeten besiedelt hat. Und möglicherweise hatte er fossile Hinterlassenschaften und Werkzeugartefakte seiner Vorfahren im Gepäck, als er dort aufkreuzte. Und diese "importierten" Knochen und Artefakte geben den Forschern heute Rätsel auf, weil man sie an Orten und in Gesteinsschichten gefunden hat, wo sie nicht hingehören.
Man kann diesen Faden sogar noch fortspinnen. Vielleicht gab es schon in der Steinzeit so etwas wie Wissenschaftler - neugierige junge Menschen, die sich als Archäologen betätigten, oder Schamanen, die Zähne, Schädel und Werkzeuge aus rituellen Gründen sammelten. Und als sich der Mensch ausbreitete, gelangten diese Relikte auf Kontinente und auf Inseln, wo sie eigentlich nichts verloren haben.
Das Ganze ist natürlich nur ein Gedankenspiel und alles andere als bewiesen. Aber die Geschichte vom Bulldozer, der Spuren auf Mammutknochen hinterlässt, die wie Werkzeuggebrauch aussehen, kann auch nicht überzeugen.
SKULL.X - Der Paläo Blog
Wo sich Neandertaler, Denisovas und Homo sapiens begegnet sind
Deutliche anatomische Unterschiede zwischen Mensch und Neandertaler
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
PALÄO UPDATE
Erstaunliche Parallelen zwischen den Philippinen und der Insel Flores

EVOLUTION & MEINUNG

Es wird ja fleißig gearbeitet und viel mikroskopiert, aber es müsste mal wieder einer einen gescheiten Gedanken haben.
Rudolf Virchow

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

Wo sich Neandertaler, Denisovas und Homo sapiens begegnet sind
PALÄO NEWS
Die Kleinwüchsigkeit hat sich im dichten Dschungel entwickelt
Die Ernährung mit Fisch hat den modernen Menschen verändert
Die Neandertaler nutzen ihre Hände anders als der Homo sapiens
Übersicht: Alle neuen Beiträge in chronologischer Reihenfolge »