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Forscher-Streit: Wann ist das erste Leben auf der Erde entstanden?
Fotos: © Yuri Alemin / Laure Gauthiez, University of Wollongong

Forscher-Streit: Wann ist das erste Leben auf der Erde entstanden?

Bislang ging man davon aus, dass das Leben auf der Erde vor 3,5 Milliarden Jahren entstanden ist. Das belegen winzig kleine Fossilien von Mikroorganismen, die man in Australien gefunden hat. Doch im Jahr 2016 sind Forscher der australischen Universität Wollongong auf der Insel Grönland auf Stramolithen gestoßen, die 200 Millionen Jahre älter sind. Und so hat man die Geburtsstunde des Lebens auf der Erde in die Zeit vor 3,7 Milliarden Jahren vorverlegt.
Schon vor zwei Jahren, als die Studie des australischen Forscherteams um Allen Nutman (Foto oben) veröffentlicht wurde, hatten einige Forscher Zweifel, dass es sich bei den entdeckten Lebensspuren wirklich um Stramolithen (versteinerte Stoffwechsel-Überreste von Mikororganismen) handelt. Denn vor 3,7 Millionen Jahren war die Erde noch ein unwirtlicher, lebensfeindlicher Planet. Und eine neue Studie der NASA scheint das nun zu bestätigen.

Neue Proben genommen und mit NASA-Technologie untersucht

Abigail Allwood, eine Astrobiologin der NASA, ist noch einmal nach Grönland gereist, hat dort einige der vermeintlichen Überreste von Leben eingesammelt und sie mit einer neuen Technologie untersucht, die die NASA entwickelt hat, um bei künftigen Marsmissionen nach Leben zu suchen. Und sie kommt zu dem Ergebnis, dass die chemischen Signaturen, die sie gefunden hat, nicht von Fossilien stammen können.
In einer neuen Studie, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, schreibt Abigail Allwood, dass die Gesteinsstrukturen, die Nutman und sein Team als Stromolithen interpretiert haben, höchstwahrscheinlich nur ganz normales Gestein sind, das echten Stromolithen ein wenig ähnlich sieht. Und mehrere unabhängige Experten, die von der Nachrichtenagentur Associated Press befragt wurden, stimmen ihr da zu.

Da werden Äpfel mit Birnen verglichen

Allen Nutman und seine Kollegen haben schnell reagiert und ein Statement veröffentlicht, in dem sie ihre Arbeit verteidigen. Laut Nutman hat Allwood Gesteinsproben untersucht, die nicht vom Originalfundort stammen. Und obwohl man ihr angeboten habe, die Originale zu testen, habe sie das nicht getan.
Allen Nutman: "Das ist ein typischer Fall für Äpfel mit Birnen vergleichen. Da ist es natürlich kein Wunder, dass ihre und unsere Ergebnisse nicht übereinstimmen."
Sollte stimmen, was Nutman und sein Team sagen, nämlich dass die Astrobiologin der NASA kein Interesse daran hatte, die Originalfunde zu untersuchen, dann ist das natürlich ein schlagkräftiges Argument. Und so ist weiterhin offen, ob das Leben auf der Erde schon vor 3,7 oder erst vor 3,5 Milliarden Jahren entstanden ist. Aber mal unter uns: Macht das wirklich einen Unterschied?
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