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Der Mensch hat bereits Bier gebraut, bevor er Ackerbau betrieb

Der Mensch hat bereits Bier gebraut, bevor er Ackerbau betrieb
Menschen im östlichen Mittelmeerraum haben bereits vor 13.000 Jahren Bier gebraut. Die Artefakte aus Israel sind deutlich älter als Funde aus China.
Foto: © Dror Maayan / Grafik: Anat Regev-Gisis
Nicht die Chinesen haben das Bier erfunden, sondern Menschen, die vor 13.000 Jahren im heutigen Israel gelebt haben. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der amerikanischen Stanford Universität und der Universität Haifa, nachdem sie in der israelischen Rakefet Höhle Gesteinsmörser entdeckt haben, die offenbar nicht nur dazu genutzt wurden, pflanzliche Nahrung zu zerstampfen und zu kochen, sondern auch um Bier zu brauen.
Die neuen Funde sind mehrere tausend Jahre älter als die Artefakte aus Nordchina und wurden der sogenannten Natufien-Kultur zugeordnet. Dabei handelt es sich um Menschen, die vor 13.000 bis 7000 Jahren in östlichen Mittelmeerraum gelebt haben und die bereits sesshaft oder zumindest halb-sesshaft waren, bevor sich die neolithische Lebensweise mit Ackerbau und Viehzucht durchsetzte.

Erstes Bier vor 13.000 Jahren

Eine Analyse der Lebensmittelreste in den Steinmörsern hat ergeben, dass die Natufianer Weizen und Gerste nutzten, um daraus Bier zu brauen. Weitere Zutaten, die offenbar den Geschmack verbessert haben, waren Hafer, Hülsenfrüchte und Bastfasern (einschließlich Flachs).
Professor Dani Nadel von der Universität Haifa: "Die Hinterlassenschaften der natufischen Kultur überraschen uns immer wieder. Wir haben bereits Grabstätten, Feuerstein-Werkzeuge, Knochen von Beutetieren, DNA und 100 Steinmörser entdeckt. Und nun zuverlässige Hinweise, dass diese Menschen auch Bier gebraut haben."
Und Professor Li Liu von der Stanford Universität fügt hinzu: "Die Alkoholerzeugung und die Lagerung von Lebensmitteln gehörten zu den wichtigsten technologischen Innovationen, die wahrscheinlich zur Entwicklung der ersten menschlichen Zivilisationen geführt haben."

Am Anfang war das Bier

Nadel und Liu glauben, dass ihre Entdeckung eine Theorie stützt, die bereits vor 60 Jahren aufgestellt wurde. Danach begann der Mensch, Getreide anzubauen, um sich zu berauschen, und nicht um sich zu ernähren. Eine Theorie, die der deutsche Evolutionsbiologe Professor Rudolf Reichholf im Jahr 2008 in seinem Buch "Warum die Menschen sesshaft wurden" noch einmal neu thematisiert hat und die unter dem Slogan "Am Anfang war das Bier" große mediale Aufmerksamkeit fand.
Wieviele "Umdrehungen" das Bier aus der Steinzeit hatte, haben die Forscher nicht herausfinden können. Allerdings vermuten sie, dass es den damaligen Menschen geschmeckt hat. Die Natufianer sollen bereits vor 13.000 Jahren rauschende Feste gefeiert haben, die wahrscheinlich zeremoniellen Charakter hatten. Und dabei spielte das Bier als Rauschmittel eine wichtige Rolle.
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