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Wenns um Risiken geht, dann verhält sich der Mensch wie ein Affe

Wenns um Risiken geht, dann verhält sich der Mensch wie ein Affe
Beim Glücksspiel gehen Affen und Menschen volles Risiko. US-Forscher haben im Gehirn einen Bereich entdeckt, der dieses Verhalten steuert.
Symbolbild
Forscher der Johns Hopkins Universität sind bei Experimenten mit Rhesusaffen auf eine Hirnregion gestoßen, die das Hochriskoverhalten bei Primaten steuert. Deaktiviert man diesen Bereich des Gehirns, dann werden die Affen deutlich vorsichtiger.
"Unsere Ergebnisse könnten dazu beitragen, bessere Behandlungsmethoden für Menschen zu entwickeln, die zu destruktiv riskanten Verhaltensweisen neigen", schreiben die Forscher in ihrer Studie, die im Fachjournal Current Biology veröffentlicht wurde.

Beim Zocken gehen Affen volles Risiko

Die meisten Primaten, allen voran der Mensch, sind bereit, hohe Risiken einzugehen, wenn das einen Vorteil oder Gewinn verspricht. Das zeigt sich vor allem beim Glücksspiel. Doch das Risikoverhalten ist nicht in allen Lebensbereichen gleich. So gibt es Menschen, die mit Geld sehr vorsichtig umgehen, aber gleichzeitig auf hohe Berge klettern. Und Menschen, die Haus und Hof verzocken, aber sich nicht trauen, eine attraktive Frau anzusprechen.
Um herauszufinden, wo im Gehirn dieses Risikoverhalten gesteuert wird, haben Xiamomo Chen und Veit Stuphorn von der Johns Hopkins Universität zwei Rhesusaffen darauf trainiert, mit einem Computerprogramm um eine Belohnung zu spielen. Und beide Affen gingen große Risiken ein, um den "Jackpot" (ein großes Glas Wasser) zu knacken. An den relativ sicheren Wetten (eine kleine Portion Wasser) zeigten sie wenig Interesse.

Plötzlich 30 bis 40 Prozent weniger Risiko

Anschließend deaktivierten die Forscher vorübergehend verschiedene Gehirnregionen der Affen, um herauszufinden, wo dieses Verhalten gesteuert wird. Und in einem Bereich wurden sie fündig. Das Wettverhalten der Affen änderte sich schlagartig. Sie spielten plötzlich 30 bis 40 Prozent weniger riskant als zuvor.
"Die Veränderung der Risikoeinstellung findet im präfrontalen Kortex statt", sagt Professor Veit Stuphorn. "Und unsere Ergebnisse identifizieren zum ersten Mal einen kritisch wichtigen Bereich. Es hat uns wirklich überrascht, einen Hirnbereich zu finden, der so spezifisch mit den Risikoeinstellungen verbunden ist."
Bis auf das Risikoverhalten änderte sich bei den beiden Affen übrigens nichts. Das Verständnis fürs Spiel blieb gleich und auch der Einfluss der "Spiel-History" auf ihre Wetten änderte sich nicht.

Primaten gehen immer volles Risiko

Sind die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar? Wird auch sein Risikoverhalten von einem klar identifizierbaren Bereich des Gehirns gesteuert? Wahrscheinlich ja, sagen die Forscher, denn die Gehirne von nicht-menschlichen Primaten und Menschen sind sich ziemlich ähnlich.
Wenn wir also ins Spielcasino gehen und alles auf eine Zahl setzen, dann ist dieses Wettverhalten vorprogrammiert. Es gehört offenbar zum biologischen Programm von Primaten, in bestimmten Lebensbereichen volles Risiko zu gehen. Und das Glücksspiel gehört definitiv dazu.
"Es steht geschrieben", würde Sherif Ali Ibn El Kharisch aus "Lawrence von Arabien" wohl sagen. Und Omar Sharif, der ihn verkörperte, muss es wissen. Er war neben seiner Schauspiel-Tätigkeit ein sehr erfolgreicher, professioneller Bridge-Spieler.
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