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Erster physischer Nachweis, dass Farne als Medizin genutzt wurden
Fotos: © University of York

Erster physischer Nachweis, dass Farne als Medizin genutzt wurden

Geschichten, die uns der Zahnstein erzählt. Archäologen der Universität York haben den ersten physischen Nachweis dafür gefunden, dass die Menschen des Mittelalters Farne als Heilmittel genutzt haben. Bislang wusste man das nur aus alten Schriften.
Dr. Elena Fiorin hat zusammen mit ihren Kollegen im Zahnstein eines Mannes, der im 10. oder 11 Jahrhundert in Spanien gelebt hat, Sporen der Farnpflanze "Asplenium trichomanes" gefunden. Und weil Farne noch nie auf dem Speiseplan des Menschen standen, nehmen die Forscher an, dass der Mann auf Anraten eines Heilers eine Farn-Tinktur getrunken hatte - möglicherweise um Haarausfall, Schuppen oder Nierensteine zu behandeln.

Detaillierte medizinische Kenntnisse

Studienleiterin Dr. Fiorin: "Diese Farne werden seit Jahrhunderten in ganz Europa von Kräuterkundigen, Chirurgen, Ärzten und anderen Heilern verwendet. Bisher hatten wir jedoch nur schriftliche Dokumente, die ihre Verwendung beschreiben."
Fiorin weiter: "Die Erkenntnisse aus den Zahnresten dieses Skeletts zeigen, wie viele Informationen wir aus der Zahnsteinanalyse erhalten können. Die Menschen im damaligen Spanien müssen sich mit den medizinischen Eigenschaften einiger Pflanzen ausgekannt haben und sie wussten, wie man sie einsetzt, um die erwünschten Ergebnisse zu erzielen."

Heilmittel aus der natürlichen Umgebung

Anhand des Skeletts können die Forscher natürlich nicht sagen, woran der Mann litt und weshalb er behandelt wurde. Doch aus alten Lehrbüchern weiß man, dass Farne genutzt wurden, um Erkrankungen der Haut und der Harnwege zu behandeln oder eine abschwellende Wirkung zu erzielen.
Dr. Elena Fiorin: "Diese Farne wurden eingesetzt, um eine Vielzahl von Krankheiten zu heilen. Und durch archäologische Forschung können wir herausfinden, was die Menschen damals aus ihrer natürlichen Umgebung genutzt haben, um ihre Gesundheit zu erhalten."
So richtig nachhaltig war die Farn-Behandlung allerdings nicht. Das Skelett des Mannes deutet darauf hin, das er nur 21 bis 30 Jahre alt wurde. Das war selbst für das Mittelalter ein kurzes Leben.
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Die darwinistische Erklärung dafür, warum Lebewesen das, was sie tun, so gut können, ist sehr einfach. Sie sind gut durch die angehäufte Klugheit ihrer Vorfahren.
Richard Dawkins

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