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UMSTRITTENE FRÜHMENSCHEN

Mensch oder Affe? Über Homo rudolfensis und Homo habilis

Frühmenschen
Foto: © Nachosan, CC BY-SA 3.0 Lizenz
Wann entstand der Mensch? Vor 3 bis 2 Millionen Jahren, sagen die Forscher. Über mehrere Übergangsformen soll sich der Urmensch Homo erectus entwickelt haben. Doch die frühe Phase der menschlichen Evolution ist eine Landkarte voller weißer Flecken. Die "Missing Links", die man gefunden hat, scheinen nicht zu passen.
In den 1960er Jahren haben Forscher in Afrika die fossilen Überreste von aufrecht gehenden Hominiden ausgegraben, die vor etwa 2,5 Millionen Jahre gelebt haben und eine Übergangsform vom Australopithecus zum Menschen zu sein schienen. Man gab ihnen die Namen Homo rudolfensis und Homo habilis und klassifizierte sie damit als Frühmenschen.
Die Körper-Anatomie dieser Wesen ähnelte noch der eines Australopithecus, doch die Gehirne waren bereits deutlich größer. Weil man damals glaubte, das Gehirn habe eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Menschen gespielt, setzte sich die Theorie durch, dass sich der Australopithecus zu Homo habilis und Homo rudolfensis weiterentwickelt hatte und dass einer von beiden der Vorfahre des Urmenschen Homo erectus gewesen sein muss.

Waren das wirklich schon Menschen?

Heute ist die Zuordnung von Homo rudolfensis und Homo habilis zur Gattung Homo umstritten. Neue Studien haben nämlich gezeigt, dass die beiden keineswegs so menschenähnlich waren, wie man einst dachte. Und so gibt es immer mehr Forscher, die Homo habilis und Homo rudolfensis die Gattungsbezeichnung " Homo" streichen und sie als Australopithecus klassifizieren wollen - Australopithecus rudolfensis und Australopithecus habilis.
Gestützt wird diese Auffassung u.a. von der Tatsache, dass Homo habilis und Homo erectus fast 500.000 Jahre Seite an Seite gelebt haben. Damit scheidet der Homo habilis eigentlich als direkter Vorfahre des Menschen aus.
Außerdem haben Paläoanthropologen in Äthiopien einen 2,8 Millionen Jahre alten Kiefer ausgegraben, dessen Zähne bereits menschenähnlich sind. Und weil dieser Fund deutlich älter ist als Homo rudolfensis (2,5 Mio) und Homo habilis (2,2 Mio), liegt der Schluss nahe, dass sich der Mensch ein paar hunderttausend Jahre früher und auf einem ganz anderen Ast der Evolution entwickelt hat. Möglicherweise stammt er in direkter Linie vom Australopithecus afarensis ab.

Zusammenfassung

In der Zeit vor 7 bis 2 Millionen Jahren lebten in Ost- und Südafrika mehrere Gattungen aufrecht gehender Hominiden. Das ist fossil belegt. Und man nimmt an, dass sich einer von ihnen in der Zeit vor 3 bis 2 Millionen Jahren zum Menschen weiterentwickelt hat. Allerdings ist zurzeit völlig unklar, wann und wo das geschah und von welchem Vormenschen der Mensch abstammt. Fest steht nur: Vor zwei Millionen Jahren tauchte in Ostafrika der erste richtige Mensch auf. Man nennt ihn Homo erectus.
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