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Geflecktes Fell: War der Höhlenlöwe vielleicht doch ein Höhlentiger?

Geflecktes Fell: War der Höhlenlöwe vielleicht doch ein Höhlentiger?

Der frühe moderne Mensch und die Neandertaler hatten nicht nur mit gefährlichen Hyänen, Säbelzahnkatzen und gewaltigen Höhlenbären zu kämpfen, sondern auch mit Höhlenlöwen, die deutlich größer waren als heutige Löwen. Allerdings könnten diese ausgestorbenen Löwen ganz anders ausgesehen haben, als man bislang dachte.
Wie russische Medien berichten, hat ein japanisch-russisches Forscherteam im Permafrost Sibiriens die Eismumie eines 43.500 Jahre alten Höhlenlöwen-Jungtiers ausgegraben, das nahezu perfekt erhalten ist. Und das Fell dieses kleinen Höhlenlöwen ähnelt dem eines heutigen Tigers oder Leoparden.

Eismumie hat ein geflecktes Fell

"Das Tier hat definitiv Flecken auf dem Rücken", erklärte Dr. Alexei Tikhonov von der Akademie der Wissenschaften in Yakutien der Presse. "Es sind wenige, aber sie sind immer noch sichtbar."
Das deckt sich mit einigen alten Höhlenzeichnungen, auf denen Höhlenlöwen abgebildet sind. Auch sie weisen ein gemustertes Fell auf. Doch bislang hat man diesen Darstellungen wenig Beachtung geschenkt.
Damit dürfte eine alte Diskussion wieder aufflammen, die entstand, nachdem man die ersten Fossilien eines Höhlenlöwen gefunden hatte. Damals konnten sich die Forscher nämlich nicht entscheiden, ob sie die Fossilien dem Löwen oder dem Tiger zuordnen sollen.

Weggefährte von Neandertaler und Homo sapiens

Die Höhlenlöwen - oder möglicherweise Höhlentiger - tauchten vor 300.000 Jahren auf und starben vor 12.000 Jahren aus. Damit waren sie Nahrungskonkurrenten des Neandertalers und des frühen Homo sapiens. Sie folgten dem Homo sapiens sogar über die Beringstraße nach Amerika.
Der Höhlenlöwe besaß eine Schulterhöhe von 1,20 Meter und eine Rumpflänge von 2,10 Meter. Damit war er etwas kleiner als andere ausgestorbene Löwenarten (z.B. als der "Mosbacher Löwe" Panthera leo fossilis), war aber größer als heutige Löwen.
Die jetzt entdeckte Eismumie aus Sibirien wirft nicht nur die Frage auf, ob es sich beim Höhlenlöwen nicht vielleicht doch um einen Tigerverwandten handelte, sondern schürt auch Hoffnungen, dass man vielleicht eines Tages den Höhlenlöwen mittels Gentechnik zu neuem Leben erwecken kann. Die Forscher sind nämlich sehr optimistisch, dass die Eismumie aufgrund des exzellenten Erhaltungszustandes noch verwertbare DNA enthält.
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Je unwahrscheinlicher, aus statistischer Sicht, ein Vorgang ist, desto weniger können wir annehmen, dass er durch blinden Zufall geschah.
Richard Dawkins

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