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Evolution der dritten Art. Hat der Mensch außerirdische Vorfahren?

Evolution der dritten Art. Hat der Mensch außerirdische Vorfahren?
Diese 3000 Jahre alten Felsgravuren aus dem italienischen Valcamonica werden immer wieder als außerirdische Astronauten gedeutet.
Foto: © Wikipedia, Public Domain
In Online-Foren, in denen sich vor allem junge Menschen tummeln, taucht regelmäßig folgende Frage auf: Gibt es eigentlich neben der Schöpfungsgeschichte aus der Bibel und Darwin's Evolutionstheorie noch eine andere Erklärung, wie das Leben und der Mensch entstanden sind?
Die Antwort lautet: Ja, die gibt es. Allerdings nur eine. Und die handelt von außerirdischen Zivilisationen, die das Leben auf die Erde gebracht haben - entweder ganz bewusst oder unabsichtlich. Reden wir mal über eine Schöpfungsgeschichte der dritten Art.

Ein großes konzeptionelles Loch

Darwins Evolutionstheorie hat ihre Schwächen. Sie erklärt weder, wie aus toter Materie das Leben entstanden ist, noch wie der Mensch sein einzigartiges Bewusstsein entwickelt hat. Die Wissenschaft argumentiert hier mit dem Zufallsprinzip. Man muss es nur oft genug versuchen, dann passiert so etwas. Aber wie wahrscheinlich ist so ein Zufall?
"Zwischen einer leblosen Welt und dem ganzen jetzigen Leben klafft ein gewaltiges konzeptionelles Loch", hat der Biochemiker und Nobelpreisträger Max Delbrück einmal geschrieben. Und der amerikanische Philosoph Thomas Nagel sieht es ähnlich. In seinem vielbeachteten Buch "Geist und Kosmos" schreibt er, dass unser Weltbild "so gut wie sicher falsch" ist. Na super.

Die Theorie von der Panspermie

Die gängige Wissenschaftstheorie lautet, dass sich tote Materie vor 3,5 Milliarden Jahren zufällig in Leben verwandelt hat. So etwas wie der Big Bang der Biologie. Daraus entstanden dann die ersten Einzeller und aus denen entwickelten sich komplexere Lebensformen wie der Mensch. Und der wurde dann zufällig intelligent und entwickelte ein Bewusstsein. Das kann man glauben oder auch nicht.
Neben der göttlichen Schöpfung gibt es nur noch eine weitere Theorie, die zu erklären versucht, wie das Leben und der Mensch entstanden sind. Man nennt sie Panspermie. Einer ihrer Begründer war der Schwede Svante Arrhenius. Der gute Mann war eigentlich Chemiker und erhielt für seine Leistungen den Nobelpreis. Außerdem hat man einen Marskrater, einen Mondkrater und einen Asteroiden nach ihm benannt. Ein hochdekorierter Forscher also. Und in seiner Freizeit beschäftigte sich Arrhenius mit der Entstehung des Lebens.
Arrhenius stellte Anfang des 20. Jahrhunderts die Theorie auf, dass Sporen (ein frühes Entwicklungsstadium des Lebens) durch Meteoriten auf die Erde gelangt sind und dass sich diese Sporen zu den heutigen Lebensformen entwickelt haben. In den 1970er Jahren erweiterten Francis Crick (ein weiterer Nobelpreisträger) und Leslie Orgel diese Theorie zur "Gerichteten Panspermie" weiter. Danach sind Arrhenius' Sporen nicht zufällig auf die Erde gelangt, sondern sie wurden von außerirdischen Zivilisationen absichtlich verbreitet, um tote Planeten bewohnbar zu machen. Biologisches Terraforming, wenn man so will.

Verkannte geniale Visionen

Soweit befinden wir uns noch auf festem wissenschaftlichen Boden. Doch nun wird es fantastisch. Es gibt Forscher, die gehen noch einen Schritt weiter. Sie sagen, dass Außerirdische die Erde besucht haben und dass der Mensch entweder ein Nachfahre dieser Außerirdischen ist oder das Resultat von genetischen Experimenten, die diese Außerirdischen durchgeführt haben. Diese Forscher sind bei der etablierten Wissenschaft nicht gerade beliebt, weshalb man sie abwertend als Parawissenschaftler bezeichnet.
An dieser Stelle eine kurze Randnotiz: Im Jahr 1911 stellte der Polarforscher und Geologe Alfred Wegener die Theorie auf, dass die Erdoberfläche aus Kontinentalplatten besteht und dass sich diese Kontinentalplatten bewegen. Lachhaft, sagten damals die Experten, für eine solche "Kontinentaldrift" gibt es nicht den Hauch eines Beweises, das ist Parawissenschaft. Doch heute wissen wir, dass Wegener ein genialer Visionär war und recht hatte. Kein Wunder, dass man einen Asteroiden, einen Mondkrater und einen Marskrater nach ihm benannt hat.

Das Leben kam mit dem Astronauten-Müll

Doch zurück zu den Aliens. Es gibt zahlreiche Mutmaßungen darüber, wie Außerirdische den Menschen "erschaffen" haben könnten. Entweder indem sie die Erde kolonisiert haben (wir wären also Nachfahren von Aliens) oder indem sie mit Primaten experimentiert oder Nachwuchs mit Menschenaffen gezeugt haben. Klingt ziemlich verrückt, oder?
Etwas bodenständiger ist eine Theorie, die der amerikanische Astrophysiker Thomas Gold aufgestellt hat. Er glaubt, dass außerirdische Astronauten die Erde besucht und ihren Müll zurückgelassen haben, wodurch die Erde unbeabsichtigt mit Leben "kontaminiert" wurde. Doch Gold's Theorie fand nicht viele Freunde.
Auch hierzu eine Anmerkung: Thomas Gold prognostizierte im Jahr 1955, dass die Mondoberfläche wahrscheinlich aus feinem puderigen Sand besteht. Auch diese Theorie fanden die meisten Forscher "para". Doch als Neil Armstrong und Buzz Aldrin 1969 auf dem Mond landeten, funkten sie zur Erde: "Der alte Gold hat recht." Daraufhin verpflichtete die US-Regierung Thomas Gold als Berater für künftige Missionen.

Drei Theorien sind mindestens eine zu wenig

Es gibt wirklich nur drei Theorien über die Entstehung des Lebens und des Menschen. Die göttliche Schöpfung, Darwin's Evolutionstheorie und Aliens. Und das ist angesichts der vielen kreativen Köpfe, die auf unserem Planeten leben, erstaunlich wenig. Schließlich beantworten weder die göttliche Schöpfung noch Darwin's Evolutionstheorie noch der Besuch von Außerirdischen alle Fragen, die wir uns stellen. Hat denn keiner eine bessere Idee?
Doch, ich. Aber die verrate ich noch nicht. Schließlich sollen sie später mal einen Asteroiden, einen Mondkrater und einen Marskrater nach mir benennen.
(Ein Gastbeitrag von Tom Germanikus)
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EVOLUTION & MEINUNG

Theorien sind nie mehr als kühne Vermutungen und Hypothesen - von uns gemachte Netze, mit denen wir die wirkliche Welt einzufangen versuchen.
Karl Popper

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