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Das Aussterben der Großsäuger begann schon vor dem Menschen

Das Aussterben der Großsäuger begann schon vor dem Menschen
Tyler Faith und seine Kollegen kommen zu dem Ergebnis, dass das Aussterben der großen Säugetiere in Afrika schon vor 4,6 Millionen Jahren begann.
Fotos: © John Rowstan, Lisa Potter
Freispruch für die Gattung Homo Es war nicht der Mensch, der die großen Säugetiere in Afrika ausgerottet hat, sagen Archäologen und Anthropologen der Universität Utah. Diese Entwicklung setzte bereits vor 4,6 Millionen Jahren ein. Also lange, bevor es die berühmte Lucy gab.
Ein Forscherteam unter der Leitung von Tyler Faith hat sich die Verbreitung von Fossilien der sogenannten Megaherbivoren in den letzten 7 Millionen Jahren angeschaut und mit den klimatischen Veränderungen in dieser Zeit verglichen. Dabei stellten sie fest, dass das Verschwinden der Großsäuger schon begann, bevor es den Australopitecus oder den Homo erectus gab.

28 Gattungen sind verschwunden

Vor 3,2 Millionen Jahren, also als die berühmte Lucy lebte, teilte sie sich ihren Lebensraum mit drei Giraffenarten, zwei Nashornarten, einem archaischen Flusspferd und sechs verschiedenen Elefanten-Spezies, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Doch alle sind heute ausgestorben.
Öffnet man das Fenster weiter und schaut sich die letzten 7 Millionen Jahre an, dann sind in dieser Zeit allein in Ostafrika 28 Abstammungslinien großer Pflanzenfesser verschwunden, so Tyler Faith. Und wahrscheinlich waren es noch viele mehr, denn der Fossilbestand repräsentiert bekanntlich nur einen Bruchteil aller Spezies, die damals gelebt haben.

Es war das Klima, nicht der Mensch

"Das große Aussterben begann vor 4,6 Millionen Jahren. Also eine Million Jahre früher als die ältesten fossilen Nachweise für Werkzeuggebrauch, Tierschlachtungen und hominine Spezies," sagt Tyler Faith.
Der Mensch kann also nicht für das Aussterben der Großsäuger verantwortlich sein. Doch woran sind sie dann zugrunde gegangen? C02, sagen die Forscher. Im Laufe der Jahrtausende sank der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre. Und dadurch gab es immer weniger Waldgebiete und die großen Steppenlandschaften (Savannen) breiteten sich aus.
"Wir wissen, dass sich viele der ausgestorbenen Megaherbivoren von Bäumen und deren Blättern ernährt haben", erklärt John Rowan von der University of Massachusetts in Amherst, der an der Studie beteiligt war. "Und wie es aussieht, sind sie zusammen mit ihren Nahrungsressourcen verschwunden."

Plausible Erklärung

Tyler Faith und seine Kollegen kommen im Fachmagazin Nature zu dem Ergebnis, dass die Großsäuger ausgestorben sind, weil sich das Klima und ihr Lebensraum verändert haben. Der Mensch spielte dabei keine Rolle.
Wahrscheinlich lassen sich spätere Aussterbewellen wie die vor 13.000 Jahren, als noch einmal 80 Prozent der verbliebenen Großsäuger verschwanden, ähnlich erklären, glauben die Forscher. Dass es damals auch die Säbelzahnkatzen und viele Löwenarten erwischte, lag wahrscheinlich daran, dass sie sich auf Babyelefanten und kleine Mammuts spezialisiert hatten und keine Nahrung mehr fanden.
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