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Die Antike Kunst war nicht marmorweiß, sondern Disney-bunt
Fotos: © Liebieghaus Skulpturensammlung

Die Antike Kunst war nicht marmorweiß, sondern Disney-bunt

Denkt man an die Antike, dann fallen einem sofort die schneeweißen Büsten und Statuen der Griechen und Römer ein. Doch durch die Polychromieforschung und zahlreiche Schriftquellen weiß man, dass die antike Welt alles andere als marmorweiß war. Die Kunst der damaligen Zeit war so bunt wie ein Disneyfilm.
Dass die Büsten und Statuen, die man heute in Museen bewundern kann, allesamt weiß sind, liegt daran, dass die Bemalung im Laufe der Jahrtausende verschwunden ist. Ursprünglich waren all diese Kunstwerke bunt. Und Experten der Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt arbeiten seit 30 Jahren daran, den alten Artefakten ihre Originalfarben zurückzugeben.

Die moderne Wissenschaft entscheidet den Polychromiestreit

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein waren Archäologen und Historiker davon überzeugt, dass die antike Kunst aus weißem Marmor bestand. Es entsprach ihrem Idealbild der antiken Welt. Dabei gab es längst Hinweise, dass die Büsten, Skulpturen und Tempelornamente bunt bemalt waren.
Der sogenannte Polychromiestreit zog sich über Jahrzehnte hin und wurde erst entschieden, als den Forschern moderne Techniken wie Infrarot-Spektrografie, UV-Fluoreszenzfotografie und Auflicht-Stereomikroskopie zur Verfügung standen. Mit ihnen ließ sich zweifelsfrei nachweisen, dass die antike Kunst nicht weiß, sondern bunt war.

Die Bunten Götter als internationaler Ausstellungs-Hit

Pionierarbeit auf diesem Gebiet haben Polychromie-Experten der Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt geleistet. Seit Jahrzehnten analysieren sie antike Kunstwerke, um herauszufinden, wie sie ursprünglich einmal aussahen. Und die Ergebnisse ihrer Arbeit - originalgetreue farbige Repliken von antiken Skulpturen und Büsten - kann man in der Frankfurter Ausstellung bewundern.
Ein Ableger dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die Wanderausstellung "Bunte Götter", die im Jahr 2003 konzipiert wurde. Und die entwickelte sich zu einem weltweiten "Renner". Die Welt der farbigen Antike wurde bereits in 30 Ländern gezeigt und hat über 2 Millionen Besucher angelockt.
Ziel der Ausstellung ist es, die Farbenvielfalt der Antike einem breiten Publikum zu vermitteln, denn die meisten Menschen glauben immer noch, dass die Statuen und Büsten schon immer so weiß aussahen, wie sie heute in Museen aussehen.

Keine Pläne, die Originale bunt anzumalen

Es gibt übrigens keine Pläne, die antiken Originale bunt anzumalen. Sie gelten, so wie sie sind, als künstlerische Unikate. Die farbigen Repliken dienen ausschließlich dazu, den Menschen zu zeigen, wie die Ausstellungsstücke wirklich aussahen. Nämlich Disney-bunt.
+++ Das Foto oben zeigt den Bogenschützen "Paris" aus dem Westgiebel des Aphaia-Tempels auf der griechischen Insel Ägina. Links das Original, rechts die farbige Replik. Das Original ist 1500 Jahre alt und soll wahrscheinlich einen trojanischen Bogenschützen darstellen.
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