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Seit wann ist die Frau eigentlich dem Manne Untertan?

Seit wann ist die Frau eigentlich dem Manne Untertan?
Mit dem Übergang von der Jungsteinzeit in die Bronzezeit änderte sich in China die Rolle der Frau. Ihr sozialer Status sank und sie bekam deutlich schlechteres Essen.
Symbolbild
Wann begann eigentlich die Unterdrückung der Frau? Vor etwa 3000 Jahren, sagen Forscher der chinesischen Universität Shandong, der Australischen National Universität und der Universität New York, die Gräber und Gebeine in China untersucht haben.
In der späten Jungsteinzeit scheinen die Frauen noch weitestgehend gleichberechtigt gewesen zu sein, so die Archäologen. Sie schließen das aus den Gräbern, den Grabbeigaben und aus dem Gesundheitszustand der Frauen und Männer, die damals bestattet wurden. Da gab es keine großen Unterschiede. Doch mit Beginn der Bronzezeit änderte sich das.

Die Frauen wurden plötzlich kleiner

Die Gräber der Frauen, die in der Bronzezeit gelebt haben, unterscheiden sich deutlich von denen der Jungsteinzeit, sagen Yu Dong, Chelsea Morgan und Kate Pechenkina. Man findet kaum noch Grabbeigaben, die Gräber der Frauen werden kleiner und ihre Gebeine lassen darauf schließen, dass sie deutlich schlechter ernährt waren als die Männer.
Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass sich der soziale Status der Frau damals dramatisch verschlechtert haben muss. Die Frauen bekamen plötzlich kaum noch Fleisch zu essen und mussten sich von Getreidebrei ernähren, was sich an ihrer geringeren Körpergröße und am deutlich schlechteren Gesundheitszustand ablesen lässt. Wahrscheinlich wurden Jungen gegenüber Mädchen bevorzugt. Sie bekamen das bessere Essen.

Das Rollenbild verändert sich

Warum es damals zu diesem abrupten Wechsel der Geschlechterrollen kam, ist schwer zu sagen. Das Forscherteam vermutet, dass es mit einer Ernährungsumstellung zu tun haben könnte. Die Hirse der frühen Bauernkulturen verschwand und wurde durch Getreide ersetzt, was möglicherweise zu schlechteren Ernteerträgen führte. Und wenn man sich gemeinsam an den Mittagstisch setzte, dann bekamen Vater und Sohn das wenige Fleisch, das zur Verfügung stand, und Mutter und Tochter mussten sich mit Getreidebrei begnügen.

Der Mann ist plötzlich der Herr im Haus

Sowohl die Gräber, die Grabbeigaben als auch der Gesundheitszustand der Frauen in der Bronzezeit deuten darauf hin, dass sich die Gesellschaft damals in Richtung Patriarchat veränderte, so die Forscher. Der Mann war nun "der Herr im Haus" und bekam das deutlich bessere Essen.
Natürlich gelten die Forschungsergebnisse bislang nur für China. Ob sie sich auch auf andere Kulturen übertragen lassen, muss man abwarten. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass Mann und Frau in der Jungsteinzeit noch weitestgehend gleichberechtigt waren, während der Mann in der Bronzezeit plötzlich einen höheren sozialen Status erlangte.
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