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Die Neandertaler verfügten sogar über einen Wasserkocher

Die Neandertaler verfügten sogar über einen Wasserkocher
Schöner Wohnen bei den Neandertalern. Der europäische Urmensch lebte in Höhlen, die intelligent strukturiert waren und sogar über warmes Wasser verfügten.
Symbolbild: © Tromber, CC BY-SA 4.0 Lizenz
Die Höhlen der Neandertaler waren komfortabler und "moderner" eingerichtet, als man jahrzehntelang dachte. Wie es aussieht, verfügten die frühen Europäer über warmes Wasser, Schlafräume und einen Werkstattbereich.
Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des spanischen Forschungsinstituts IPHES (Katalanisches Institut für menschliche Paläoökologie und Sozialevolution), die in der archäologischen Fundstätte Abric Romani tausende Fossilien, Werkzeugartefakte, Feuerstellen und sogar die Überreste von hölzernen Küchen-Utensilien freigelegt haben.

Höhlenküche mit Wasserkocher

All diese Funde stammen aus einer Höhle, die vor 55.000 bis 60.000 Jahren von Neandertalern bewohnt wurde. Und wie es aussieht, waren diese Menschen viel besser organisiert, als man ihnen zugetraut hatte. Während im hinteren Höhlenbereich geschlafen wurde, befand sich in der Nähe des taghellen Eingangs die Werkstatt. Außerdem gab es eine große Küche - mit zwar mit allem Schnipp und Schnapp, den die Steinzeit zu bieten hatte.
Zu den bemerkenswertesten Funden der spanischen Anthropologen gehört ein kreisrundes Loch, das die Neandertaler mühsam in den felsigen Höhlenboden geschlagen haben und das von mehreren Feuerstellen umgeben war. Das Loch hatte einen Durchmesser von 40 x 30 Zentimetern und war 10 Zentimeter tief.
Lange rätselten die spanischen Forscher, wozu dieses Loch gedient haben könnte. Inzwischen sind sie sich sicher, dass es eine Art Wasserkocher war. Die Neandertaler erhitzten in den umliegenden Feuerstellen Steine, die sie anschließend in dieses Becken warfen, um das Wasser zu erhitzen. Anschließend wurde im heißen Wasser Essen gegart, das entweder mit Tierhaut umwickelt war oder auf einem Stück Birkenrinde lag.

Sogar Löffel und Messer aus Holz

Durch die besondere Beschaffenheit der Sedimentschichten in Abric Romani - die Fundstelle wurde von einer Schlammlawine mit sehr kalkhaltigem Wasser konserviert - hat ein Forscherteam unter der Leitung von Eudald Carbonell sogar Küchengeräte aus Holz freilegen können. Es handelt sich nach Ansicht der Forscher um einfache Holzlöffel und Holzmesser. Die Neandertaler verfügten offenbar nicht nur über warmes Wasser, sondern auch über Besteck.
In ihrer Studie verweisen die IPHES-Forscher auf eine andere Höhle in Italien, die man im Jahr 2013 entdeckt hat und die ähnlich strukturiert war. Die dortigen Neandertaler verfügten sogar über mehrere Etagen und warfen ihren Müll nicht einfach vor die Tür, sondern sammelten ihre Abfälle in einem speziell dafür reservierten Bereich der Höhle.
Fazit der spanischen Forscher: Die Neandertaler waren keine tumben Steinzeitmenschen, die sich nachts wahllos in eine Höhle verkrochen, ein Stück Mammutfleisch ins Feuer hielten und die Knochen dann achtlos in die Ecke warfen. Die Höhle war ihr Zuhause, sinnvoll strukturiert und wurde sauber gehalten. Nur ein Bad hat man bislang nicht finden können. Gut gerochen hat es bei den Neandertalern wahrscheinlich nicht.
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