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Evolution Schimpanse: Fast wie bei Planet der Affen - nur umgekehrt

Evolution Schimpanse: Fast wie bei Planet der Affen - nur umgekehrt
Der Schimpanse hat sich seit der Abspaltung von der menschlichen Linie vor 6 Millionen Jahren stark verändert. Sah er mal menschenähnlich aus?
Foto: © Symbolbild
Die Schimpansen haben sich in den letzten 6 Millionen Jahren stärker verändert als der Mensch. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die sich mit der Evolution der Hand beschäftigt. Möglicherweise war der gemeinsame Vorfahre von Schimpanse und Mensch ein menschenähnliches Wesen.

Zeig mir deine Hand, Hominide

Mensch und Schimpanse stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab. Ihre Linien trennten sich erst vor 6 Millionen Jahren. Und bislang nahm man an, dass dieser Vorfahre wie ein Schimpanse aussah und dass sich der Mensch genetisch und anatomisch stark verändert hat. Doch dabei könnte es sich um einen Irrtum handeln.
Forscher der Stony Brook Universität in New York wollten herausfinden, wie sich die Hände von Mensch und Schimpanse seit ihrer Trennung entwickelt haben. Dazu verglichen sie die Anatomie heutiger Menschen und Schimpansen mit der von Hominiden - darunter Ardipithecus ramidus and Australopithecus sediba.

Die Hand des Menschen ist ursprünglicher

Das Ergebnis war erstaunlich. Die Hand eines heutigen Menschen ist der seiner frühen Vorfahren viel ähnlicher als die eines Schimpansen. Die menschliche Hand hat sich weniger stark verändert. Salopp könnte man sagen: Die heutige menschliche Hand ist "primitiver" als die eines Schimpansen.
Ganz anders lag der Fall, als die Forscher die Hände von Gorillas untersuchten, deren Spezies sich bereits vor 9 Millionen Jahren von der Mensch-Schimpansen-Linie trennte. Auch deren Hände sind - verglichen mit den Schimpansen - menschenähnlich. Was darauf schließen lässt, der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse mehr dem Menschen ähnelte als dem heutigen Schimpansen.

Wie sah der gemeinsame Vorfahre aus?

Der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse ist bislang ein Phantom. Man hat keinerlei Fossilien von ihm finden können. Niemand weiß, wie er aussah. Und spätestens seit der Entdeckung des Ardipithecus ramidus wird darüber diskutiert, ob dieser Affe X nicht vielleicht mehr wie ein Mensch aussah als wie ein Schimpanse.
Gen-Studien haben bereits gezeigt, dass es beim Schimpansen in den letzten 6 Millionen Jahren viel mehr Mutationen gab als beim Menschen. Die Schimpansen haben sich wahrscheinlich stark verändert. Überspitzt könnte man sagen: Der Schimpanse war mal ein Mensch und ist zum Affen "degeneriert". Doch das ist bislang nur eine Theorie, die es zu beweisen gilt. Die Hand-Studie der amerikanischen Forscher könnte ein erster Schritt in diese Richtung gewesen sein.
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