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Fit für die Arktis: Denisova Gene haben die Inuit winterfest gemacht

Fit für die Arktis: Denisova Gene haben Inuit winterfest gemacht
Die heutigen Inuit haben Gene von den Denisova-Menschen geerbt, die es ihnen ermöglichen, der arktischen Kälte zu trotzen.
Foto: © Arkiv i Nordland, CC BY 2.0 Lizenz
Dass die heutigen Inuit (Teilpopulation der Eskimos) so gut mit der arktischen Kälte klarkommen, verdanken sie Gen-Varianten, die sie wahrscheinlich von den sogenannten Denisova-Menschen geerbt haben. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des New York Genom Center, die das Erbgut der Inuit mit dem von Europäern, Afrikanern, Neandertalern und Denisovas verglichen haben.
Die Gene, die es den Mitochondrien der Inuit ermöglichen, Körperfett in Wärme umzuwandeln und dadurch auch extreme Minustemperaturen auszuhalten, kommen bei Europäern ganz selten und bei Afrikanern gar nicht vor, so die Forscher. Und diese Inuit-Gene ähneln Genen, die man bei den sogenannten Denisovas gefunden hat.

Kälte-Toleranz durch Denisova-Gene

Als der moderne Mensch Afrika verließ und sich nach Europa und Asien ausbreitete, hat er sich in einigen Regionen mit den Neandertalern und den Denisova-Menschen vermischt. Und dabei hat der Homo sapiens Gen-Varianten geerbt, die bis heute wirksam sind. Dazu zählt das sogenannte Athleten-Gen, das es Tibetern ermöglicht, in extremen Höhen zu leben und mit wenig Sauerstoff auszukommen, aber eben auch das Inuit-Gen, dass den Menschen "winterfest" gemacht hat.
Auch einige amerikanische Ureinwohner besitzen die Gen-Variante, die vom Denisova-Menschen stammen soll. Offenbar hatten die Menschen, die vor etwa 13.000 Jahren die Beringstraße überquerten und Amerika besiedelten, die Kälte-Toleranz in ihrem genetischen Gepäck.

Bislang nur drei Fossilien entdeckt

Die Denisovas sind eine mysteriöse Menschenform. Bislang hat man lediglich einen Fingerknochen und zwei Backenzähne von ihnen finden können. Und die stammen aus einer Höhle im südlichen Kaukasus. Gen-Analysen haben ergeben, dass die Denisovas enger mit dem Neandertaler verwandt waren als mit dem Homo sapiens. Allerdings haben sie Spuren im Erbgut heutiger Menschen hinterlassen. Besonders hoch sind die Anteile von Denisova-DNA bei Melanesiern, Südostasiaten und australischen Aborigines.
Die Denisovas sind bislang keine anerkannte Menschenart. Es gab mal Pläne, den "Homo altaiensis" (nach dem Altai-Gebirge, wo man die Fossilien gefunden hat) ins Leben zu rufen, doch da man nicht weiß, wie man die Denisovas morphologisch von Homo heidelbergensis, Neandertaler und Homo sapiens abgrenzen soll, hat man vorerst darauf verzichtet. Nur soviel scheint klar: Die Denisovas waren entweder sehr große Menschen oder sie besaßen außergewöhnlich große Zähne - und sie hatten Sex mit den Vorfahren der Inuit.
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Mich erstaunen Leute, die das Universum begreifen wollen, wo es schwierig genug ist, in Chinatown zurechtzukommen.
Woody Allen

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