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Farbige Eier: Bei den Dinosauriern war das ganze Jahr über Ostern
Fotos: © Jasmina Wiemann

Farbige Eier: Bei den Dinosauriern war das ganze Jahr über Ostern

Bei den Dinosauriern war das ganze Jahr über Ostern. Ihre Eier waren nicht weiß, sondern farbig wie bei den heutigen Vögeln. Zu diesem Ergebnis kommt die Paläobiologin Jasmina Wiemann von der amerikanischen Yale Universität, nachdem sie fossile Dino-Eier mit einer neuen Technik untersucht hat.
Allerdings waren nicht alle Dinosaurier-Eier farbig, sondern nur die der Theropoden - also die der aufrecht laufenden fleischfressenden Raubsaurier. Bei den Eiern der pflanzenfressenden Sauropoden und der Entenschnabel-Saurier ließen sich keine Farbpigmente nachweisen. Sie waren wahrscheinlich weiß.
Jasmina Wiemann und ihre Kollegen vermuten, dass die Eier der Nicht-Theropoden ähnlich wie bei den heutigen Schildkröten im Sand vergraben wurden und daher keine "Tarnung" brauchten.

Fünfzehn weitere Dino-Eier getestet

Einen ersten Hinweis, dass die Eier der Theropoden nicht weiß, sondern bunt und mit gesprenkelten Mustern versehen waren, erhielt Jasmina Wiemann vor einem Jahr, als sie das fossile Ei eines 70 Millionen Jahre alten Oviraptorosaurus aus China chemisch analysierte. Sie fand blau-grüne und rot-braune Farbpigmente.
Nun hat die junge Forscherin zusammen mit ihren Kollegen 15 weitere Dino-Eier aus der Kreidezeit geprüft, allerdings mit einem bildgebenden Verfahren, das man als Raman-Spektroskopie bezeichnet. Diese Technik hat den Vorteil, dass man den fossilen Eiern keine Proben entnehmen muss, so dass sie unbeschädigt bleiben. Schließlich ist nicht jeder Museumsdirektor bereit, seine Dino-Eier ankratzen zu lassen.

Blau, grün, beige - alle Eier waren farbig

Die Ergebnisse der Studie, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, sind eindeutig. Alle Theropoden-Eier entpuppten sich als bunt oder wiesen farbige Muster auf. So war das Ei des Velociraptor-Verwandten Deinonychus blau-grün. Die Mini-Raporen der Gattung Troodontidae legten ebenfalls blau-grüne oder beigefarbene Eier. Und die Eier des Heyuannia huangi waren sogar tief dunkelblau.
Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass die Eierschalen der fleischfressenden Theropoden ähnlich aussahen wie die heutiger oder ausgestorbener Vogelarten. Dies deutet auf gemeinsame Wurzeln hin, die das Forscherteam in die Zeit vor 150 Millionen Jahren verortet.

Von gemeinsamen Vorfahren geerbt

Die neue Studie bestätigt die Theorie, dass sich die Linie der Vögel von den aufrecht laufenden Raubsauriern abgespalten hat und keine eigenständige Entwicklungslinie ist - obwohl es Paläontologen gibt, die das nach wie vor proklamieren.
Außerdem stellt sich die Frage, ob der Stammbaum der Dinosaurier nicht dringend einer Überholung bedarf. Denn was sich die Pioniere der Paläontologie vor 140 Jahren ausgedacht haben, funktioniert nur noch bedingt. Das allumfassende Label Dinosaurier und die schlichte Einteilung in Echsenbecken- und Vogelbeckendinosaurier ist definitiv überholt.
Niemand bestreitet, dass die gigantisch-schwerfälligen Sauropoden und die flinken auf zwei Beinen herumlaufenden Theropoden von gemeinsamen Vorfahren abstammen, aber bis auf ein paar anatomische Details haben sie nicht viele Gemeinsamkeiten. Diese doch sehr unterschiedlichen Spezies in eine enge Verwandtschaft zu stellen, ist ungefähr so, als würde man behaupten, Mensch und Schwein seien Vettern. Nein, die alte Knochenkiste muss ganz dringend neu sortiert werden.
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