ANTROPUS
DER WEBLOG über die Evolution des Menschen
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HOMO SAPIENS
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DER MODERNE MENSCH

Homo sapiens: Der letzte Überlebende der Gattung Homo

Homo sapiens
Foto: © Public Domain
Seit die Neandertaler ausgestorben sind, gibt es auf der Erde nur noch eine Menschenart - den Homo sapiens. Die meisten Forscher glauben, dass sich der moderne Mensch in Afrika entwickelte und dann über den gesamten Erdball ausbreitete. Doch es gibt Paläoanthropologen, die nicht viel von der Out of Afrika-Theorie halten. Sie sind Anhänger des Multiregionalen Modells.
Blättert man in den Lehrbüchern, dann scheint die Sache klar. Vor etwa 250.000 Jahren wurde eine kleine Population des Urmenschen Homo erectus von seinen Artgenossen isoliert und entwickelte sich durch Mutation und Selektion zum modernen Menschen Homo sapiens. Und diese neue Menschenart verdrängte in den nächsten 200.000 Jahren alle anderen Menschenformen und besiedelte den gesamten Planeten.

Out of Africa vs. Multiregionales Modell

Alles Kokolores, sagen die Multiregionalisten. So eine Superspezies, die ihren Vorfahren und verwandten Arten so haushoch überlegen war, dass sie allesamt ausgestorben sind, hat es in Millionen Jahren Evolution nicht gegeben. Diese Forscher lehnen die Out of Africa-Theorie ab und vertreten das sogenannte Multiregionale Modell. Und das sieht - grob skizziert - so aus:
Nachdem sich der Urmensch Homo erectus von Afrika aus nach Asien und Europa ausgebreitet hatte, passten sich die drei regionalen Populationen ihren klimatisch unterschiedlichen Lebensräumen an und entwickelten eigenständige anatomische Merkmale. In Asien entstand der Pekingmensch, in Europa der Homo heidelbergensis und später der Neandertaler, in Afrika der Homo rhodesiensis.
Eine Weile lebten diese drei Populationen völlig isoliert voneinander und hatten keinerlei Kontakt. Doch als die Bevölkerungsdichte zunahm, kam es an den Rändern ihrer Siedlungsgebiete zur Vermischung. Archaische Europäer, Asiaten und Afrikaner hatten Sex und zeugten Kinder. Und das Ergebnis dieser Vermischung war eine neue Menschenart - der Homo sapiens.

Supermensch oder weltweite Vermischung?

Die Out of Africa-Theorie und das Multiregionale Modell basieren auf sehr unterschiedlichen Hypothesen. Laut Out of Africa-Theorie entstand in Afrika eine kleine Menschengruppe, die allen anderen Menschenformen technologisch und sozial überlegen war und sich deshalb durchsetzte. Das Multiregionale Modell geht davon aus, das der moderne Mensch das Produkt einer Vermischung mehrerer Menschenarten ist.
Beide Modelle haben ihre Stärken und Schwächen. Allerdings muss man sagen, dass die Vertreter der Out of Africa-Theorie zurzeit die Nase klar vorn haben. Sowohl genetische Vergleichsanalysen als auch der Fossilbestand sprechen dafür, dass der moderne Mensch in Afrika entstanden ist. Doch schon ein einziger spektakulärer Fossilfund könnte dafür sorgen, dass sich der Wind komplett dreht.

Ausbreitung über den gesamten Planeten

Der Rest ist schnell erzählt. Vor 60.000 Jahren besiedelte der Homo sapiens Asien, vor 45.000 Jahren Europa und vor 14.000 Jahren Amerika. Und überall, wo der moderne Mensch auftauchte, verschwanden nicht nur die großen Säugetiere, sondern auch die archaischen Ureinwohner - was nicht gerade auf gute nachbarschaftliche Beziehungen schließen lässt.

Der letzte Homo auf Erden ist eine bedrohte Art

Der Homo sapiens ist die letzte noch existierende Menschenart, der letzte und einzige Vertreter der Gattung Homo. Und die meisten Forscher glauben nicht, dass es ihn noch lange gibt. Er wird aussterben. Der Weg, den der Mensch in den letzten 100 Jahren eingeschlagen hat (Klimakatastrophe, dramatische Überbevölkerung, hemmungslose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen), scheint geradewegs in einen evolutionären Abgrund zu führen. Der Homo sapiens schafft sich ab. Und sieben Millionen Jahre Evolution waren für die Katz.
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