ANTROPUS
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HOMO ERECTUS

Und plötzlich gab es Menschen. Doch wann und wo sind sie entstanden?

Homo erectus
Foto: © Yan Li, CC BY-SA 3.0; Lizenz
Der evolutionäre Übergang vom Australopithecus zur Gattung Homo ist bislang ein Rätsel. Es gibt keine Fossilien, die ihn überzeugend dokumentieren. Der Link, der Affe und Mensch verbindet, ist "missing". Fest steht nur: Vor zwei Millionen Jahren lebten in Ostafrika plötzlich Menschen. Man bezeichnet diese erste Menschenart als Homo erectus.
Der Urmensch Homo erectus entstand vor 2 Millionen Jahren in Ostafrika und breitete sich schnell nach Asien aus. Etwas später erreichte er auch Europa. Wann genau der Homo erectus ausstarb, ist unklar. In Europa wurde er vor 200.000 Jahren vom Neandertaler abgelöst, in Afrika etwa zur gleichen Zeit vom modernen Menschen Homo sapiens. In Asien könnten einzelne Homo erectus-Gruppen noch deutlich länger überlebt haben.

Nur Homo erectus oder mehrere Arten?

Bis heute streiten die Paläoanthropologen darüber, ob der Homo erectus eine in sich geschlossene Menschenart war oder ob es sich um eine Gruppe mehrerer Menschenarten handelte.
Die meisten europäischen Forscher stellen alle Fossilfunde bis zum Auftauchen von Homo neanderthalensis und Homo sapiens zu Homo erectus. Lokale Varianten wie den Homo ergaster oder den Homo heidelbergensis klassifizieren sie als Unterarten des Homo erectus - also Homo erectus ergaster oder Homo erectus heidelbergensis (Gattung, Art, Unterart).

Aufteilung in mehrere Menschenarten

Viele britische und US-amerikanische Forscher bevorzugen ein anderes Modell. Sie glauben, dass sich die afrikanischen, europäischen und asiatischen Fossilfunde von "Homo erectus" hinreichend stark voneinander unterscheiden, um sie unterschiedlichen Menschenarten zuzuordnen. Bei ihnen ist der Homo ergaster tatsächlich ein Homo ergaster und kein Homo erectus ergaster.
Dieser Klassifizierungsstreit dauert nun schon Jahrzehnte und eine Einigung ist nicht in Sicht. Es geht schlicht und ergreifend um die Frage: Wie stark müssen sich Menschen voneinander unterscheiden, um sie als unterschiedliche Arten einzuordnen? Da ist man sich nicht einig. Und weil dieser Streit nervt und die Terminologie unnötig kompliziert macht, gibt es inzwischen Forscher, die das ganze Artenmodell beim Menschen abschaffen und alle Vertreter der Gattung Homo nur noch als Homo sapiens bezeichnen wollen.

Mehr Hirn, effektivere Waffen und bessere Steinwerkzeuge

Der Homo erectus existierte 1,8 Millionen Jahre und entwickelte sich in dieser Zeit enorm weiter. Sein Gehirnvolumen wuchs von anfangs 900 ccm auf stolze 1300 ccm. Der Urmensch lernte Feuer zu machen und immer bessere Werkzeuge und Jagdwaffen herzustellen.
Die Ära des Homo erectus endete vor 200.000 Jahren, als mit dem Homo neanderthalensis und dem Homo sapiens zwei neue Menschenarten auftauchten, die ihm offenbar überlegen waren. Wann genau der letzte Urmensch starb, ist unklar. Einige Forscher vermuten, dass letzte Vertreter von Homo erectus in abgelegenen Regionen Asiens bis vor 30.000 Jahren überlebt haben könnten.

Zusammenfassung

Der Urmensch Homo erectus bevölkerte 1,8 Millionen Jahre lang Afrika, Asien und Europa. Amerika hat er mangels einer Landverbindung nie erreicht. Der Homo erectus lernte Feuer zu machen, entwickelte den Faustkeil und den Speer, wurde vom reinen Pflanzen(fr)esser zum Jäger und Sammler. Vor etwa 200.000 Jahren wurde der Homo erectus von zwei moderneren Menschenarten verdrängt - in Europa vom Neandertaler, in Afrika vom Homo sapiens. Lediglich in Asien könnte der Homo erectus noch länger existiert haben. Doch es gibt keine Fossilien, die das zweifelsfrei belegen.
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