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Es war der Klimawandel, der den Paranthropus auslöschte

Es war der Klimawandel, der den Paranthropus auslöschte
Der massive Nussknackerschädel eines Paranthropus. Der robuste Nebenmensch lebte erstaunlich lange.
Foto: © Bjoertvedt, CC BY-SA 4.0 Lizenz
Nun ist es sozusagen amtlich. Der "Nebenmensch" Paranthropus, ein etwas grob geratener später Vetter des Australopithecus, ist vor etwa 600.000 Jahren an einem Klimawandel zugrunde gegangen. Das haben Forscher der Universität Bordeaux durch Bodenproben und Klimamessungen in Südostafrika herausgefunden.
Die Ergebnisse gelten zwar nur für das Gebiet des Limpopo-Flusses im Grenzgebiet Südafrika, Botswana und Simbabwe, doch da man dort zahlreiche Paranthropus-Fossilien gefunden hat, darf man annehmen, dass es den anderen Vertretern dieser Spezies ähnlich erging.

Ein später Hominide mit kleinem Gehirn

Der Paranthropus stammt wie der Mensch von einem Australopithecus ab. Und er war fast 1 Million Jahre lang ein Zeitgenosse des Urmenschen Homo erectus. Doch im Gegensatz zur Gattung Homo entwickelte der Paranthropus kein großes Gehirn, das in befähigte, Werkzeuge herzustellen und Wild zu jagen, sondern er mutierte zu einem robusten Pflanzenfresser mit großen Zähnen und kräftigen Kiefern, der zwar aufrecht gehen konnte, aber ansonsten eher affig daher kam.
Wann genau der Paranthropus ausstarb, ist nicht so ganz klar. Die Schätzungen der Forscher schwanken zwischen 1,2 und 1,0 Millionen Jahren. Sollten die französischen Forscher recht haben, dann verschwand er im Gebiet des Limpopo-Flusses sogar erst vor 600.000 Jahren. Es muss sich also um die letzten Vertreter dieser Gattung gehandelt haben.

Verhängnisvoller Klimawandel

Als der Paranthropus (robustus) das Limpopo-Gebiet vor 1,75 Millionen Jahren besiedelte, herrschte dort ein feuchtes Klima mit angenehmen Temperaturen, so die französischen Forscher. Der Vormensch (oder Nebenmensch) fand dort reichlich Nahrung und pflanzte sich fröhlich fort.
Das änderte sich vor 1,0 Millionen bis 600.000 Jahren, so die Forscher. Es wurde sehr trocken und es gab heftige Klimaschwankungen. Der waldreiche, feuchte Lebensraum, den der Paranthropus so liebte, wurde weniger. Die Steppe breitete sich aus. Und da das sehr schnell passierte, hatte der Paranthropus zu wenig Zeit, sich diesem Wandel anzupassen.
"Was letztendlich zum Aussterben geführt hat, ist schwierig zu sagen", schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie. Aber sie nehmen an, dass es immer weniger Paranthropus-Populationen gab und dass diese Populationen immer kleiner wurden. Und irgendwann war die kritische Grenze unterschritten, ab der sich eine Spezies nicht mehr erholen kann und ausstirbt. Mit dem Paranthropus verschwand der letzte aufrecht gehende Hominide, der kein Mensch war.
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Richard Lewontin

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