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Der Neandertaler sah anders aus, weil er nur durch die Nase atmete

Der Neandertaler sah anders aus, weil er nur durch die Nase atmete
Die Nase macht den Unterschied. 3-D-Modelle von Neandertaler, Homo sapiens und ihrem Vorfahren Homo heidelbergenis.
Foto: © University of New England, Armidale, New South Wales
Der Neandertaler sah anders aus als sein Vorfahre Homo heidelbergensis und der moderne Mensch Homo sapiens. Er hatte eine viel größere Nase, ein deutlich längeres Gesicht und der mittlere Teil dieses Gesichtes stand massiv hervor. Warum hat der Neandertaler diese besonderen Merkmale entwickelt?
Bisherige Theorien gingen davon aus, dass der Neandertaler diese einzigartige Gesichtsanatomie entwickelte, weil er kräftiger zubeißen musste, um härtere Nahrung zu zerkleinern. Doch ein internationales Forscherteam kommt jetzt zu einem anderen Ergebnis. Die Experten sagen: Der Neandertaler hat anders geatmet als der Homo sapiens.

3-D-Modelle und Computer-Analyse

Die Wissenschaftler haben auf Basis von Fossilien dreidimensionale virtuelle Modelle von Neandertaler-Schädeln erstellt und dann mit der Schädel-Anatomie von Homo sapiens verglichen. Als "evolutionärer Kompass" diente ihnen der Homo heidelbergensis, ein möglicher Vorfahren beider Menschenarten.
Anschließend ließen die Forscher ein neues Computerprogramm die anatomischen Unterschiede zwischen den drei Menschenarten berechnen und die wahrscheinlichste Ursache für die stark abweichende Schädelform des Neandertalers prognostizieren.

Neue Art zu atmen

Das Ergebnis der Studie lautet: Der Neandertaler hat anders geatmet als der Homo sapiens. Während heutige Menschen eine Kombination aus Mund- und Nasenatmung praktizieren, hat der Neandertaler ausschließlich durch die Nase geatmet. Seine Nase war in der Lage, doppelt soviel Sauerstoff in die Lungen zu pumpen, als das beim modernen Menschen der Fall ist.
Die Forscher vermuten, dass diese einzigartige Fähigkeit dem Neandertaler dabei half, ausdauernd große Beutetiere zu jagen und das kalte Klima der Eiszeit zu überstehen. Und diese ungewöhnliche Atemtechnik führte über viele Jahrtausende zu einer anatomischen Veränderung des Gesichtsschädels.
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