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Der Mensch ist gut und edel - aber nur, wenn es sich für ihn lohnt

Der Mensch ist gut und edel - aber nur, wenn es sich für ihn lohnt
Das hilfsbereite soziale Verhalten des Menschen hat sich in kleinen Gemeinschaften ohne Fremde entwickelt . Doch heute funktioniert das nicht mehr.
Symbolgrafik
Den modernen Menschen Homo sapiens gibt es seit 200.000 Jahren. Und den Großteil dieser Zeit lebte er in kleinen Gruppen von 100 oder 120 Personen. Und diese Lebensweise hat unser Verhalten evolutionär geprägt. "Wir laufen immer noch mit Steinzeit-Gehirnen herum", sagen Forscher der Universität Miami.
Dr. William H.B. McAuliffe und seine Kollegen haben untersucht, wann Menschen freundlich, kooperativ und hilfsbereit sind und wann nicht. Dabei stellten sie fest, dass sich Menschen nur so lange nett verhalten, solange sie glauben, sich in einem Umfeld zu bewegen, in dem negatives Verhalten sozial sanktioniert wird.

Erlerntes Karma des Menschen

Als der Mensch noch in kleinen Gruppen lebte, hat unser Verstand gelernt, dass alles, was wir sagen oder tun, Konsequenzen hat, sagen die Forscher. Weil damals jeder jeden kannte und das Zusammenleben sehr eng war, war negatives Verhalten unvorteilhaft, denn man bekam es auf die eine oder andere Art heimgezahlt.
"Unsere Gehirne denken unbewusst immer noch, dass die Art und Weise, wie wir andere Menschen behandeln, Konsequenzen hat", sagt Michael McCullough, der an der Studie beteiligt war. Er bezeichnet das als "natürliches Karma" des Menschen.
Allerdings ändert sich das Verhalten ganz schnell, sobald jemandem klar wird, dass er es mit Fremden zu tun hat, deren Reaktionen er nicht fürchten muss. Das haben die Forscher bei Verhaltenstests mit 200 Probanden herausgefunden.

Ist mir doch egal. Juckt mich nicht

Studienleiter Dr. McAuliffe: "Sobald jemandem bewusst wird, dass das, was er tut, keine sozialen Konsequenzen hat, und ihm niemand für seine Großzügigkeit oder Hilfsbereitschaft auf die Schulter klopfen wird, handelt er nicht mehr so sozial wie vorher."
Die Forscher glauben, dass das der Grund dafür ist, warum unsere komplexen Gesellschaften mit ihren riesigen Städten so verrohen. Die meisten Menschen sagen sich: "Ist doch egal, wie ich mich verhalte. Spielt doch sowieso keine Rolle." Oder anders formuliert: Niemand bekommt eine Belohnung, wenn er sich nett verhält, und niemand wird abgestraft, wenn er sich wie ein Rüpel aufführt.

Hilfsbereitschaft lohnt sich nicht mehr

Fazit der Forscher: Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind keine ethischen Qualitäten, die der Mensch erworben hat und die ihn moralisch auszeichnen. Positive Verhaltensweisen sind im Grunde egoistisch. Es gibt sie nur, weil wir früher in einer Welt lebten, in der es keine Fremden gab und sich jeder Fehltritt rächte. Doch diese Welt existiert nicht mehr.
Dr. McCullough: "Niemand muss heute mehr befürchten, dass die Menschen über ihn sagen: Was für eine schreckliche Person! Und falls doch, dann kann es ihm egal sein."
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