Startseite Antropus
Menschen. Urmenschen. Hominiden
Forscher. Fossilien. Artefakte
Menübutton
PALÄO NEWS
Nickel vergiftete die Pflanzen. Und dann starben auch die Tiere aus
Symbolbild

Nickel vergiftete die Pflanzen. Und dann starben auch die Tiere aus

Beim großen Massenaussterben vor 252 Millionen Jahren, dem 96 Prozent aller Meeresbewohner und 70 Prozent aller Landlebewesen zum Opfer fielen, starben die Pflanzen 400.000 Jahre vor den Tieren aus, sagen Forscher der Universität Nebraska. Sie haben fossile Pollen und Sedimentschichten in einer australischen Klippe untersucht.
Das Massenaussterben, das man als Perm-Trias-Krise bezeichnet, wurde durch gewaltige Vulkanausbrüche im heutigen Sibirien ausgelöst. Da die Forscher in den Fundschichten, in denen die ausgestorbenen Pflanzen steckten, enorm hohe Nickel-Konzentrationen gefunden haben und weil es in diesem Teil Australiens kaum Nickel gibt, vermuten sie, dass die Vulkanausbrüche in Sibirien hochgiftiges Nickel zu Aerosolen verdampft, in die Atmosphäre geblasen und über die ganze Erde verteilt haben.

Ohne Pflanzen starben auch die Tiere aus

Zuerst starben die Pflanzen, sagen die Forscher, dann die Pflanzenfresser und zum Schluss die Fleischfresser. Als es keine Pflanzen mehr gab, fanden die Herbivoren keine Nahrung mehr und verschwanden. Dadurch wurde auch die Nahrung für die Carnivoren knapp, die kaum noch Beutetiere fanden und ebenfalls ausstarben. Und die Datierungen haben ergeben, dass das Aussterben der Pflanzen 400.000 Jahre vor dem Verschwinden der Tiere begann.
Es war ein langer Aussterbeprozess, glaubt das Forscherteam um Professor Christopher Fielding. Die Nickel-haltigen Aerosole vergifteten die Pflanzen im Meer und auf dem Land. Und als es immer weniger Pflanzennahrung gab, löste das im Tierreich eine todbringende Kettenreaktion aus, die nur wenige Arten überlebt haben.

Neue Gattungen und Arten besiedeln den Planeten

"Das sind 'Big News'", sagt Professor Fielding. "Man hat so etwas schon vermutet, aber bislang nicht nachweisen können. Jetzt haben wir eine Zeitleiste der damaligen Ereignisse."
Professor Tracy Frank ergänzt: "Das Verständnis solcher Vorgänge ist wichtig, weil sie uns zeigen, was alles möglich ist. Dieses Wissen verschafft uns eine Basis, um zu verstehen, was heute passiert."
Nach Expertenschätzungen dauerte es etwa 15 Millionen Jahre, bis sich die Pflanzenwelt wieder erholt hatte. Und erst als es wieder Pflanzen gab, konnte sich auch das tierische Leben wieder ausbreiten. Dies führte zur Entstehung zahlreicher neuer Gattungen und Arten - zum Beispiel der Dinosaurier und der Säugetiere. Ohne das Massenaussterben vor 252 Millionen Jahren würde es heute vielleicht keine Menschen geben.
Forscher sicher: Die Neandertaler waren Jäger und keine Fischer
Hybriden: (Un)Heimliche Begegnung mit einer vierten Menschenart
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
PALÄO UPDATE
Der Sediba war ein junger Hominide, der überraschend alt aussah

EVOLUTION & MEINUNG

Die meisten Arten zeigen keine gerichteten Veränderungen während ihrer Existenz auf Erden. Von ihrer Erscheinungsform im Fossilbericht her sehen sie fast genauso aus wie zum Zeitpunkt ihres Verschwindens.
Stephen Jay Gould

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

Forscher sicher: Die Neandertaler waren Jäger und keine Fischer
PALÄO NEWS
Der Megalith-Steinkreis stammt aus der französischen Bretagne
Für Steine aus Obsidian legten die Neandertaler weite Strecken zurück
Waren das rituelle Kultobjekte oder einfach nur Kinderspielzeuge?
Übersicht: Alle neuen Beiträge in chronologischer Reihenfolge »