ANTROPUS
DER WEBLOG über die Evolution des Menschen
MenschenUrmenschenHominiden
Menübutton

Zeig mir dein Innenohr und ich sag dir, wer deine Vorfahren waren

Zeig mir dein Innenohr und ich sag dir, wer deine Vorfahren waren
Kann man am Innenohr eines Menschen erkennen, wer seine Vorfahren waren? Das kann man, sagen Forscher der Universität Zürich.
Symbolbild
Alle heutigen Menschen sind sich genetisch sehr ähnlich. Das liegt daran, dass wir alle von afrikanischen Auswanderern abstammen, die ihren Heimatkontinent vor etwa 60.000 Jahren verlassen haben. Dennoch gibt es anatomische Unterschiede zwischen den Völkern. Und die kann man nutzen, um Verwandtschaftsverhältnisse zu klären.
Paläoanthropologen der Universität Zürich haben herausgefunden, dass Menschen aus unterschiedlichen Populationen unterschiedliche Innenohren haben. Europäer haben andere Innenohren als Asiaten, Japaner andere als australische Aborigines. Was lag da näher, als die Verbreitung dieser unterschiedlichen Innenohren zu analysieren und daraus einen "Kompass für die Ausbreitung des Menschen" zu entwickeln.

Mit jedem Kilometer verändert sich das Ohr

Die wichtigste Erkenntnis der Studie lautet: Je weiter man sich von Südafrika entfernt, desto mehr unterschiedliche Innenohren gibt es. Da liegt der Schluss nahe, dass der Vorfahre aller heutigen Menschen in dieser Region gelebt haben muss - was sich mit mehreren Genstudien deckt. Der Kompass zeigt nach Süden.
Außerdem haben die Schweizer Forscher herausgefunden, dass Indonesier, Papuaer und australische Aborigines innenohrtechnisch gesehen eng miteinander verwandt sind. Sie haben wahrscheinlich gemeinsame Vorfahren, die einst in diese Region eingewandert sind. Der Kompass zeigt nach Südost.
Anders sieht es bei Europäern und Japanern aus. Ihre Innenohren sind einzigartig und lassen darauf schließen, dass sie von lokalen Populationen abstammen, die schon in der Jungsteinzeit dort gelebt haben. Der Kompass zeigt in die Vergangenheit.

Individuelle Abweichungen

Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass die individuellen Unterschiede innerhalb einer Population in Einzelfällen größer sein können als zwischen Vertretern zweier Völker. Heißt konkret: Es gibt durchaus Europäer, deren Innenohr dem eines Asiaten ähnelt. Doch die große Mehrheit hat europäische Innenohren.
Marcia Ponce de Leon: "Dieses typisch menschliche Variationsmuster ist auch von genetischen Vergleichsdaten bekannt. Es zeigt, dass alle Menschen sehr nahe miteinander verwandt sind und ihre Wurzeln in Afrika haben."
Der Homo sapiens ist gut mit Klimaänderungen zurecht gekommen
In Amerika haben schon vor den Clovis-Indianern Menschen gelebt
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
PALÄO UPDATE
Fit für die Arktis: Denisova Gene haben Inuit winterfest gemacht
Manche Arten sind nur Modeerscheinungen der Evolution gewesen.
H. Quadbeck-Seeger
PALÄO CLASSICS - 1974
Australopithecus Lucy
Foto: © Julesasu, CC0
Lucy war der endgültige Beweis: Der Australopithecus ging aufrecht
PALÄO CLASSICS - 2002
Sahelanthropus tchadensis
Foto: © Tim Evanson, CC BY-SA 2.0 Lizenz
Sahelanthropus. Der älteste Hominide? Oder doch nur ein Menschenaffe?
Der große Zeh war der letzte, der sich vom Baum verabschiedete
X