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Paläon - Subventionsgrab oder erhaltenswertes Forschungsmuseum?

Paläon - Subventionsgrab oder erhaltenswertes Forschungsmuseum?
Das Paläon, in dem die berühmten Schöninger Speere ausgestellt werden, hat sich nicht zum Publikumsmagneten entwickelt. Nun wechselt es den Besitzer.
Foto: © Archiv, Topolek
FREUNDLICHE ÜBERNAHME Das im Jahr 2013 eröffnete Forschungs- und Erlebniszentrum Paläon im niedersächsischen Schöningen sollte nicht nur die Heimat der weltberühmten Schöninger Speere werden, sondern auch ein Publikumsmagnet, der seine Kosten selbst einspielt. Das ging schief. Nun soll das Paläon vom Landesamt für Denkmalpflege übernommen werden. Der Bund der Steuerzahler spricht von einem Subventionsgrab.
Das Land Niedersachen hat den Bau des Forschungsmuseums im Landkreis Helmstedt mit einer Anschubfinanzierung von 15 Millionen Euro unterstützt. Danach sollte sich das Museum selbst tragen. Doch statt der anvisierten 80.000 Besucher pro Jahr kamen nur 43.000. Das niedersächsische Wissenschaftsministerium musste bereits 1 Million Euro zuschießen, um die Kosten zu decken.

Ein Museum für die Schöninger Speere

Schöningen ist weltberühmt. In den 90er Jahren wurden dort die Schöninger Speere ausgegraben, die ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen der Welt. Die erstaunlich gut erhaltenen Holzspeere belegen, dass dort vor etwa 300.000 Jahren frühe Menschen - wahrscheinlich der Art Homo heidelbergensis - gelebt und gejagt haben. Und das Paläon Museum sollte diesen archäologisch bedeutsamen Funden einen würdigen Rahmen geben. Außerdem wurden unter der Leitung des Senckenberg Centre for Human Evolution weitere Grabungen durchgeführt.
Der niedersächsische Bund der Steuerzahler und einige Lokalpolitiker monierten schon früh, dass sich das Paläon nicht werde selbst tragen können, weil es "weitab vom Schuss" liegt und verkehrstechnisch schlecht angebunden ist. Und sie sollten recht behalten. Seit dem Jahr 2016 ist bekannt, dass die Paläon GmbH finanzielle Schwierigkeiten hat.

Leute, da geht es doch um Peanuts

Wie jetzt der NDR und die örtliche Presse berichten, wird das Forschungsmuseum ab dem 1. Januar 2019 vom niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege übernommen. Heißt konkret: Der Steuerzahler muss fortan die finanziellen Lücken schließen. Der Bund der Steuerzahler ist natürlich wieder nicht "amused" und spricht von einer "millionenschweren Dauersubvention".
Stellt sich die Frage: Was ist daran eigentlich so schlimm? Die paar Milliönchen werden das Land Niedersachsen nicht umbringen. Der Bund nimmt da ganz andere Summen in die Hand. Gerade erst hat der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Berliner Naturkundemuseum 330 Millionen Euro bewilligt. Und die Stadt Berlin schießt weitere 330 Millionen zu. Macht zusammen 660 Millionen Euro - für ein einziges Museum. Dagegen sind die Summen, die für das Paläon im Raume stehen, doch Peanuts.
Fest steht aber auch: Das Paläon muss sein Ausstellungskonzept überdenken. 43.000 Besucher pro Jahr sind viel zu wenig. Zum Vergleich: Das Neanderthal Museum in Mettmann lockte im letzten Jahr 165.000 Besucher an. Großen Anteil daran hatten Sonderausstellungen wie die "Playmobil-Spielgeschichten" und "2 Millionen Jahre Migration". Doch um solche Projekte auf die Beine zu stellen, muss man Geld in die Hand nehmen. Geld, das das Paläon nun hoffentlich bekommt.
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Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen.
Richard Dawkins

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