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Das große Aussterben begann schon vor 125.000 Jahren in Afrika

Das große Aussterben begann schon vor 125.000 Jahren in Afrika
Das Aussterben von Mammut, Riesenfaultier und Höhlenbär begann schon vor 125.000 Jahren. Und verantwortlich dafür war der Mensch.
Symbolbild
Die Quartäre Aussterbewelle, der fast alle großen Säugetiere der damaligen Zeit zum Opfer fielen, begann mindestens 90.000 Jahre früher als bislang gedacht. Und sie begann in Afrika. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die amerikanische Forscher im Fachmagazin Science veröffentlicht haben.
Damit verdichten sich die Hinweise, dass Mammut, Wollnashorn, Mastodon, Höhlenlöwe, Riesenfaultier, Höhlenbär, Riesenhirsch und Säbelzahnkatze keiner Klimaveränderung oder einem Asteroideneinschlag zum Opfer fielen, sondern vom modernen Menschen Homo sapiens ausgerottet wurden.

Klimawandel oder Overkill?

In der Zeit vor 2,5 Millionen bis 12.000 Jahren lebten auf der Erde riesige Säugetiere. Doch dann starben sie plötzlich allesamt aus. Lediglich in Afrika und Südasien überlebten ein paar Elefanten und Nashörner. Und bislang ist unklar, warum es zu diesem Massenaussterben kam, dem beinahe alle Tiere mit einem Körpergewicht über 1000 Kilogramm zum Opfer fielen.
Einige Forscher vermuten, dass sich das Klima veränderte. Andere gehen von einem Asteroideneinschlag aus. Wieder andere verdächtigen den Homo sapiens, diese Tiere intensiv bejagt und dadurch ausgerottet zu haben. Man bezeichnet diese Theorie als Overkill-Hypothese.

Tatort Afrika. Und es war der Mensch

Bislang ging man davon aus, dass die Quartäre Aussterbewelle vor etwa 35.000 Jahren begann. Doch Forscher der US-Universitäten Nebraska-Lincoln, Stanford und California kommen nach der Auswertung von Tierfossilien zu dem Ergebnis, dass das bereits viel früher geschah. Nämlich schon vor 125.000 Jahren. Und ihren Ursprung hatte das Aussterben der Großsäuger in Afrika. Also auf dem einzigen Kontinent, auf dem damals auch der Homo sapiens lebte.
Wie die Forscher in ihrer Studie berichten, nahm das durchschnittliche Körpergewicht der großen afrikanischen Säugetiere vor 125.000 Jahren rapide ab. Im Schnitt brachten die Tiere nur noch 50 Prozent des Körpergewichts auf die Waage, das ihre Verwandten auf den anderen Kontinenten erreichten. Und die Forscher glauben, dass der Homo sapiens dafür verantwortlich war. Er jagte diese großen Tiere und rottete sich dadurch nach und nach aus.
"Das macht ja auch Sinn", erklärt Kate Lyons von der Universität Nebraska-Lincoln. "Wenn du einen Hasen tötest, ernährst du deine Familie für eine Nacht. Aber wenn du ein großes Säugetier erlegst, dann ernährst du dein ganzes Dorf."

45 Millionen Jahre Evolution ausradiert

Die neue Studie ist ein weiterer Beleg dafür, dass der moderne Mensch Homo sapiens die großen Säugetiere ausgerottet hat. Er arbeitete sich sozusagen von oben nach unten durch den Tierbestand, bis alle Großsäuger verschwunden waren. Und das tat er nicht nur in Afrika, sondern auf allen Kontinenten, die er in der Folgezeit besiedelte.
Heute gibt es nur noch wenige große Säugetiere. Und die meisten von ihnen sind bedrohte Arten, die wahrscheinlich in den nächsten 200 Jahren aussterben werden. Sollte das geschehen, so haben Kate Lyons und ihre Kollegen ausgerechnet, dann wird die Hauskuh das größte Tier auf der Erde sein. Und das durchschnittliche Körpergewicht der Säugetiere wird auf drei Kilogramm sinken. Also etwa auf die Größe eines Yorkshire Terriers.
"Damit kehren die Säugetiere zu einer Körpergröße zurück, die sie das letzte Mal vor 45 Millionen Jahren hatten, kurz nach dem Aussterben der Dinosaurier", schreiben die Forscher in ihrer Studie.
Welche Folgen das hat, ist noch unklar. Aber Kate Lyons und ihre Kollegen gehen davon aus, dass sich die Ökosysteme, in denen die letzten Großsäuger leben, grundlegend verändern werden, wenn sie ausgestorben sind. Denn kleine Säugetiere werden die ökologischen Aufgaben der großen Pflanzenfresser nicht übernehmen können.
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