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Auch der Mensch stirbt aus. Das lässt sich wohl nicht verhindern

Auch der Mensch stirbt aus. Das lässt sich wohl nicht verhindern
Der Mensch ist der letzte Vertreter der Gattung Homo. Und viele Forscher glauben, dass wir schon in den nächsten 100 Jahren aussterben werden.
Symbolbild: © CC0
Rechnet man alle Gattungen, Arten und Unterarten zusammen, die zum Stammbaum des Menschen gehören, dann kommt man auf 25 aufrecht gehende Hominiden. Und 24 davon sind bereits ausgestorben. Das sind stolze 96 Prozent. Kein Wunder also, dass der Paläoanthropologe Darren Curnoe sagt: "Der Mensch ist eine gefährdete Art."
Obwohl inzwischen 7,5 Milliarden Menschen die Erde bevölkern, sind sich nahezu alle Anthropologen einig, dass der Homo sapiens in großen Schwierigkeiten steckt. Der Klimawandel, die Überbevölkerung, Kriege um knappe Ressorcen und neue Infektionskrankheiten werden die Menschheit schwächen und verwundbar machen. Und dann könnte eine einzelne Naturkatastrophe ausreichen, um uns den Rest zu geben.

Ende der Menschheit in den nächsten 100 Jahren?

Wie wahrscheinlich ist ein solches Szenario? Wieviel Zeit bleibt uns noch? Der berühmte Biologe Mike Fenner sagte kurz vor seinem Tod: "Etwa 100 Jahre." Und eine Umfrage unter Forschern hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario zwischen 20 und 50 Prozent liegt.
Anders Sandberg von der britischen Universität Oxford schreibt im US-Weblog Gizmodo: "Das Risiko, dass wir in den nächsten Jahrzehnten oder Jahrhunderten aussterben, ist höher als die Wahrscheinlichkeit, im Laufe unseres Lebens bei einem Verkehrsunfall getötet zu werden. "

Unsere Ersatzbank ist leer

Alles Unsinn, werden viele sagen. Der Mensch ist so anpassungsfähig und flexibel und hat schon so viele globale Katastrophen überstanden, das wird nicht passieren. Dabei übersehen sie allerdings ein wichtiges Faktum. Unsere Ersatzbank ist leer. Es gibt keine neuen Spieler, die wir einwechseln können.
Schaut man sich die Entwicklungsgeschichte des Menschen an, dann haben stets mehrere Hominiden oder Menschenarten gleichzeitig gelebt. Schaffte es eine Art nicht, sich an neue Lebensbedingungen anzupassen, dann sprang eine andere in die Bresche, die besser angepasst war. Das menschliche Leben suchte sich einen anderen Weg.
Wäre vor 40.000 Jahren der Homo sapiens ausgestorben, dann hätten wahrscheinlich die Neandertaler seine Rolle übernommen. Wäre der Australopithecus afarensis gescheitert, dann hätte der Australopithecus africanus in die Bresche springen können.
Heute ist das anders. Es gibt nur noch eine menschliche Spezies - den Homo sapiens. Und wenn wir scheitern, dann wars das mit der Gattung Homo. Rien ne vas plus.

Geplante Obsoleszenz der Natur?

Doch selbst wenn wir uns nicht selbst auslöschen, scheint unsere Zeit auf diesem Planeten begrenzt zu sein. Denn schaut man sich den Fossilbestand an, dann existieren Säugetier-Gattungen im Schnitt 1 bis 2 Millionen Jahre, bevor sie aussterben. Und den Menschen gibt es bereits seit 2 Millionen Jahren. Die Uhr tickt. Und das zu ignorieren, ist egozentrisch und selbstgefällig.
Das Aussterben von Gattungen und Arten scheint biologisch vorprogrammiert zu sein. So wie der unabwendbare Tod eines jeden einzelnen Individuums. Woran das liegt, ist noch nicht so ganz klar. Allerdings haben Genetiker herausgefunden, dass die Chromosomenkappen, die unser Erbgut schützen, von Generation zu Generation dünner werden. Und sind sie aufgebraucht, dann scheint keine Fortpflanzung mehr möglich zu sein. Vieleicht handelt es sich dabei um eine geplante Obsoleszenz der Natur. Alte Arten machen Platz für neue Arten. Die Evolution mag keinen Stillstand.
Ian Tattersall, ein Paläoanthropologe vom American Museum of Natural History, bringt es so auf den Punkt: "Es ist unvermeidlich. Alles stirbt irgendwann aus. Nichts ist für immer."
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