HOMO SAPIENS
Button
Menschen. Urmenschen. Hominiden
Forscher. Fossilien. Artefakte
Menübutton

Speere und Osteoporose besiegelten das Schicksal des Mammuts

Speere und Osteoporose besiegelten das Schicksal des Mammuts
Hat der Mensch das Mammut ausgerottet? Oder fiel es dem Klimawandel nach der Eiszeit zum Opfer? Wahrscheinlich beides, sagen russische Forscher.
Symbolfoto
Hat der Mensch das Mammut ausgerottet oder ist es den Klimaveränderungen am Ende der Eiszeit zum Opfer gefallen? Darüber diskutieren die Experten seit Jahren. Nach der Analyse eines Mammutknochens aus Westsibirien kommt ein russisch-polnisches Forscherteam zu dem Ergebnis, dass es wahrscheinlich eine Kombination beider Faktoren war, die das Ende der Eiszeit-Giganten einläutete.
Der Knochen stammt aus der Wirbelsäule eines Mammuts, das vor 16.200 Jahren lebte. Und das Fragment weist eine 23 Zentimeter tiefe und 10 Zentimeter breite Verletzung auf, die von einer Speerspitze aus Quartzgestein stammt. Das Tier wurde also von Menschen erlegt.
Doch der Knochen birgt noch einen weiteren Hinweis auf das Aussterben der Mammuts. Das Tier litt unter Osteoporose. Und diese Krankheit könnte dem Großsäuger schwer zugesetzt und ihn zu einer leichten Beute für den Homo sapiens gemacht haben.

Zwei Feinde: Mensch und Klima

Dass der frühe moderne Mensch und die Neandertaler Mammuts gejagt haben, ist relativ gut belegt. Davon zeugen fossile Knochen, die von Menschen zerlegt und zubereitet wurden. Die Neandertaler sollen sich sogar beinahe komplett von Mammuts ernährt haben. Doch direkte Hinweise darauf, wie die Mammuts getötet wurden, gibt es nur wenige. Der Wirbelknochen aus Sibirien ist nun einer davon. Das Tier starb durch einen Wurfspeer mit einer Spitze aus Quartzgestein.
Doch das Mammut hatte noch einen weiteren Feind - das Klima. Als die Eiszeit endete und es wieder wärmer wurde, veränderte sich der Lebensraum, an den sich die eiszeitlichen Dickhäuter über Jahrtausende perfekt angepasst hatte, dramatisch. Die Pflanzen, von denen sich die Mammuts bis dato ernährt hatten, verschwanden und sie mussten sich neue Nahrungsressourcen suchen. Doch die waren nicht so nahrhaft und führten zu Mangelerkrankungen - zum Beispiel zu Osteoporose.

Osteoporose war weit verbreitet

Schon im Jahr 2015 kam Dr. Sergei Leshchinsky von der Universität Tomsk, der auch die aktuelle Studie leitete, nach der Analyse von 23.000 Mammutknochen zu dem Ergebnis, dass die meisten Tiere unter Osteoporose und Kalziummangel litten. Und das machte vor allem ihre Beine, die ein enormes Gewicht tragen mussten, empfindlich für Knochenbrüche. Ein falscher Schritt und das Mammut war nur noch eingeschränkt bewegungsfähig. Und dadurch wurde es für die Jäger der Eiszeit zu einer leichten Beute.

Die Jagd wurde einfacher

Dr. Leshchinsky ist davon überzeugt, dass die Osteoporose ein Schlüsselfaktor für das Aussterben der Mammuts war. Dadurch, dass viele Tiere geschwächt und nicht mehr so mobil waren, wurde es für die eiszeitlichen Jäger viel einfacher, sie zu erlegen. Und entsprechend rasant stieg die Zahl der Beutetiere, was schließlich zum Aussterben des Mammuts führte.
Sollten die Forscher richtig liegen, dann war es eine Kombination aus Klimawandel und Bejagung durch den modernen Menschen, die das Schicksal der Eiszeit-Riesen besiegelten. Diese Entwicklung soll vor 20.000 Jahren begonnen haben und endete vor 6000 Jahren, als das letzte Mammut starb - oder im Kochtopf einer Homo sapiens-Sippe landete.
SKULL.X - Der Paläo Blog
Vor 9000 Jahren sind alle Südamerikaner ausgestorben
Jeder 5. frühe Mensch litt unter Geburtsfehlern und Erbkrankheiten
Button Über Charles Darwin und die Evolutionstheorie
Button Wie funktioniert eigentlich Evolution?
Button Fossilien sind seltener als Diamanten
Button Menschen und Hominiden nach Gattung und Art
PALÄO UPDATE
Indien: Unbekanntes Volk hinterlässt rätselhafte Petroglyphen

EVOLUTION & MEINUNG

Wir sind, um es einmal so zu formulieren, eigentlich nur die Neandertaler von morgen.
Hoimar von Ditfurth

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

Wo sich Neandertaler, Denisovas und Homo sapiens begegnet sind
PALÄO NEWS
Die Kleinwüchsigkeit hat sich im dichten Dschungel entwickelt
Dass der Mensch heute so alt wird, verdankt er 25 Mutationen
Gab es schon vor 12.000 Jahren die ersten Krankenhäuser?
Übersicht: Alle neuen Beiträge in chronologischer Reihenfolge »