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Homo novus. Chinesen haben Zwillinge gentechnisch optimiert
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Homo novus. Chinesen haben Zwillinge gentechnisch "optimiert"

Muss Stephen Hawking eigentlich immer recht behalten? In China haben Wissenschaftler offenbar damit begonnen, Baby-Föten gentechnisch zu "optimieren". He Jiankui von der Southern University of Science and Technology in Shenzhen soll sieben Zwillings-Föten gentechnisch so verändert haben, dass sie gegen das AIDS-Virus immun sind.
Das berichtet die britische Daily Mail und beruft sich auf Exklusiv-Informationen von Associated Press. Der Forscher, He Jiankui, soll das bei einem Kongress in Hongkong mitgeteilt haben - allerdings nur inoffiziell. Eine unabhängige Bestätigung dieser Informationen gibt es bislang nicht.

Sieben Experimente, eine Schwangerschaft

Offenbar wurde das Gen-Editing im Zuge mehrerer künstlicher Befruchtungen durchgeführt. Allerdings kam es nur in einem Fall zu einer Schwangerschaft. Doch diese Zwillinge wachsen nun im Leib ihrer Mutter heran. Über mögliche Komplikationen gibt es zurzeit keine Informationen.
Der leitende Wissenschaftler, He Jiankui, wird in der Daily Mail mit den Worten zitiert: "Es ging mir nicht darum, der erste zu sein, der so etwas tut, sondern zu zeigen, dass es möglich ist. Die Gesellschaft wird nun darüber entscheiden, wie es weitergeht."

Die Eltern wollen anonym bleiben

He Jiankui hat nach eigenen Angaben die Gene der beiden Zwillinge so verändert, dass sie eine natürliche Resistenz gegenüber dem Aids-Virus besitzen - was auch bei einige "normalen" Menschen vorkommt, aber sehr selten ist.
Bei den Zwillingen soll es sich um zwei Mädchen handeln. Wer die Eltern sind und wo sie leben, wollte der Forscher nicht verraten. Sie wollen inkognito bleiben und werden keine Interviews geben, sagt er.
Sollten die Zwillinge geboren werden und gesund zur Welt kommen, dann handelt es sich um die ersten gentechnisch veränderten Menschen der Welt.

Das ist einfach nur unethisch

In den meisten Ländern sind solche Gen-Experimente mit Menschen verboten. In China offenbar nicht. Und entsprechend negativ fallen die Kommentare westlicher Forscher aus, die in der Daily Mail zu Wort kommen.
"So etwas ist einfach unethisch und nicht vertretbar", sagt Gen-Experte Dr. Kiran Musunuru von der Universität Pennsylvania. Und Dr. Eric Topol, Leiter des Scripps Research Translational Institute in Kalifornien, meint: "Das ist einfach viel zu früh."
Weniger kritisch sieht Professor George Church von der Universität Harvard die Sache. Er verteidigt das Gen-Experiment, denn HIV ist seiner Meinung nach zu einer "großen und wachsenden Gefahr für die öffentliche Gesundheit" geworden. Doch das ist wenig verwunderlich, schließlich plant Church schon seit Jahren, einen Neandertaler zu klonen und von einer menschlichen Leihmutter austragen zu lassen.
NACHTRAG: Inzwischen gibt es weitere Informationen. Angeblich wurden die Zwillingsmädchen bereits geboren. Doch keine Institution war bereit, das Gen-Experiment zu bestätigen - nicht mal die Universität des leitenden Forschers. Einige Medien spekulieren bereits über eine "Luftnummer".
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