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Hilfe, die haben ein drei Meter tiefes Loch in unser Stonehenge gebohrt
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Hilfe, die haben ein drei Meter tiefes Loch in unser Stonehenge gebohrt

Die Steinkreise von Stonehenge und die umliegenden archäologischen Anlagen haben stolze 6000 Jahre überstanden. Doch gegen den Industrie-Vandalismus der Gegenwart scheint auch das Weltkulturerbe machtlos zu sein. Bauarbeiter haben angeblich ein großes Loch in die Überreste einer alten Siedlung gebohrt.
Wie die britische BBC und der amerikanische TV-Sender NBC berichten, sollen Mitarbeiter der staatlichen Straßenbaubehörde "Highways England" ein drei Meter tiefes Loch in die Steinzeit-Siedlung Black Mead gebohrt und dabei eine archäologische Fundschicht beschädigt haben.

Bedeutende Fundstätte angebohrt

Black Mead war eine Siedlung, die vor etwa 10.000 Jahren erbaut wurde und bis vor 6000 Jahren kontinuierlich bewohnt war. Sie befindet sich 1,6 Kilometer östlich vom berühmten Steinkreis und Archäologen haben dort bereits tausende Steinwerkzeuge, Tierknochen und sogar Grubenhäuser gefunden.
Angebohrt wurde eine Bodenplatte, die aus Feuerstein und Knochen von Aurochsen besteht. Die Archäologen glauben, dass es sich um eine Kultstätte handelte, die einem rituellen Zweck diente.
David Jacques, Leiter der archäologischen Grabungen in Black Mead, ist stinksauer. "Das ist totaler Vandalimus", schimpfte er in einem TV-Interview. "Wir graben dort seit 2005, sind extrem vorsichtig und arbeiten manchmal mit einer Zahnbürste, um nichts zu beschädigen. Und die kommen plötzlich mit einer Bohrmaschine an und schleudern alles durcheinander. Das ist entsetzlich."

Streit um neue Umgehungsstraße

Warum wurde in Stonehenge und Umgebung gebohrt? Weil eine Umgehungsstraße mit einem knapp drei Kilometer langen Tunnel gebaut werden soll. Damit will man den Verkehr entlasten. Schließlich pilgern jedes Jahr 1,6 Millionen Touristen nach Stonehenge. Und die Arbeiter hatten offenbar den Auftrag, den Grundwasserstand in Black Mead zu ermitteln.
"Highways England" hat die Vorwürfe übrigens zurückgewiesen. Alle Arbeiten würden von Archäologen überwacht und es habe "keine nennenswerten" Beschädigungen im Bereich Black Mead gegeben, heißt es.
Die Archäologen in Stonehenge und die britischen Behörden streiten schon seit Jahren über den Bau der neuen Umgehungsstraße. Vor allem der Tunnel ist den Archäologen ein Dorn im Auge. Sie befürchten, dass bislang unentdeckte Fundschichten zerstört werden könnten. Die Behörden argumentieren, dass es rund um Stonehenge zum Verkehrskollaps kommt, wenn die Straße nicht gebaut wird.
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